Nr. 28: Emil Waldmann: Leibl / Henrike Holsing (Hrsg.): Rein malerisch – Wilhelm Leibl und sein Kreis

Emil Waldmann: Leibl
Bielefeld / Leipzig 1930 (Künstler-Monographien 50)
Universitätsbibliothek Heidelberg (C 7115–29–52)

Henrike Holsing (Hrsg.): Rein malerisch – Wilhelm Leibl und sein Kreis
Ausst. Kat. Museum im Kulturspeicher Würzburg, Petersberg 2013
Universitätsbibliothek Heidelberg (2014 B 277)

In den frühen 1870er Jahren gehörte Trübner zum sogenannten Leibl-Kreis, einer Gruppe junger Künstler, die mit Wilhelm Leibl (1844–1900) befreundet waren und seine Kunstanschauungen teilten. Leibl gilt als einer der bedeutendsten deutschen Maler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist ein Vertreter des Realismus.

Zum wichtigsten Ziel seiner Kunst erhob er das „Reinmalerische“, dem sich auch Trübner verpflichtet fühlte. Das Hauptinteresse galt dabei nicht dem dargestellten Sujet, sondern seiner malerischen Umsetzung, dem „Wie“, nicht dem „Was“. Leibl wandte sich von den Normen der Akademie ab und richtete sich gegen die literarisch geprägte Historienmalerei, bei der Erzählung, Handlung und Affektdarstellung im Vordergrund standen. Ins Zentrum seiner Kunst stellte er die authentische, sachlich-nüchterne Darstellung der Natur, des Einfachen und Unspektakulären, unter Verzicht auf Idealisierung und Pathos.

Dieser Ansatz ist auch für Trübner charakteristisch. Darüber hinaus wurde die Malweise Leibls für ihn prägend. Statt einer in dünnen Schichten sorgfältig aufgetragenen Lasurmalerei bediente sich dieser der Alla-Prima-Technik, arbeitete also nass in nass. Typisch für Leibl ist dabei eine tonale „Fleckenmalerei“, bei welcher der Pinselduktus deutlich sichtbar ist. Es ging ihm darum, den Gegenstand „malerisch zu empfinden“.

Trübner lernte Leibl im Sommer 1871 in Bernried am Starnberger See kennen. Dort hielt sich Trübner zusammen mit seinen Malerfreunden Carl Schuch und Albert Lang auf. Von Leibl wurde er sehr für seine Landschaftsgemälde gelobt. Auch gab Leibl den drei Freunden den Rat, aus der Akademie auszutreten und sich durch eigene Studien weiterzubilden. Daraufhin mieteten Trübner, Schuch und Lang ein gemeinsames Atelier am Karlstor in München. (D.H.)