Ukraine: Hilfe für gefährdetes kulturelles Erbe

Der Krieg in der Ukraine führt gegenwärtig zur Flucht und dem Leiden unzähliger Menschen. Er erinnert uns aber auch an die Fragilität des kulturellen Erbes des Landes und damit des kulturellen Gedächtnisses einer europäischen Region mit vielfältigen historischen Verflechtungen.

Dieses helfen zu bewahren ist ein Anliegen der Initiative, die zwei Ziele verfolgt. Zum einen soll auf die Möglichkeiten, die Wikidata mit seiner kollaborativen Arbeitsweise zur Erfassung, Beschreibung und (besseren) Verschlagwortung des kulturellen Erbes in der Ukraine bietet, verwiesen werden. Dabei geht es um die langfristige Erfassung und Dokumentation von Baudenkmälern und -ensembles, Gartenanalagen, Skulpturen, Museen und Bibliotheken und deren Beständen sowie der Sicherung bereits bestehender digitaler Archive. Damit sollen Informationen für die Zukunft bewahrt und für spätere Beschäftigungen (nach)nutzbar, auffindbar (in allen Sprachen der Welt) und zugänglich gemacht werden.

Zum anderen soll ein wissenschaftliches Forum zur Abstimmung, Austausch und Unterstützung dezentraler Dokumentationen geschaffen werden, um die Existenz von durch Kriege, Katastrophen bedrohtes kulturelles Erbe zumindest mit digitalen Formaten nachzuweisen und zu erhalten. Für einen ersten Überblick über digitale Projekte und Initiativen zum Schutz und Dokumentation kulturellen Erbes in der Ukraine wird eine Linksammlung zur Verfügung gestellt, die ständig ergänzt werden soll.

Langfristig soll mit der Initiative der Aufbau eines nachhaltigen Netzwerkes von Wissenschaftler*innen und Expert*innen auf lokaler und globaler Ebene angestrebt werden.

Wikidata-Projekt: Dokumentation des kulturellen Erbes in der Ukraine

Die internationale Initiative „Saving Ukrainian Cultural Heritage Online“ (SUCHO), die aus freiwilligen Personen aus dem Kulturerbe-Bereich besteht, hatte kurz nach dem Überfall der Ukraine damit begonnen, Archive, Sammlungsbestände und gefährdetes Kulturgut zu identifizieren und – so gut es geht – diese Daten und Informationen digital zu sichern und auf diese Weise auch abseits von Angriffen auf IT-Infrastrukturen zu schützen.

Im Rahmen dieser Initiative wurde auch deutlich, dass viele Informationen und Daten weit verstreut liegen und häufig nur unzureichend verschlagwortet sind, wodurch das digitale Sichern und Schützen zusätzlich erschwert wird. Dies betrifft auch den umfangreichen Denkmal- und Kulturerbebestand. Das Wikidata-Projekt hat es sich nun zum Ziel gesetzt, den vielfältigen Kulturerbebestand der Ukraine besser als bisher zu verschlagworten und dadurch nicht nur mehr Informationen zu sammeln, sondern diese auch abfragbar und analysierbar und somit sichtbarer zu machen. Ziel ist es, dadurch auch bei Angriffen und Zerstörungen schneller über zerstörtes Erbe Informationen erhalten zu können, die auch Kulturgüter einschließen, die nicht zum Welterbe der UNESCO gehören.

Das hier vorgestellte Wikidata-Projekt nutzt vorrangig die Eigenschaften P31 („ist ein/e“) und P1435 („Schutzkategorie“) um das jeweilige Objekt als Kulturerbe zu beschreiben und ergänzt weitere Eigenschaften wie Angaben zu Künstler*innen, Beschreibungen bereits eingetragener Wikidata-Objekte, um möglichst aussagekräftige Informationen zusammenzutragen.

Die hier gezeigte und aus Wikidata erzeugte Karte visualisiert die Objektdaten aus Wikidata, die über die Eigenschaft „Schutzkategorie“ (P1435) ist „Baudenkmal“ (Q811165) verfügen.

Weitere Informationen

Bildnachweis Seitenbanner: Verwendung von 'Lwów - Kaplica Boimów', Lestat (Jan Mehlich), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons