Künstler, Drucker, Verleger

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Biografische Skizze

Fohr, Carl Philipp

Maler
* 26.11.1795 Heidelberg, † 29.6.1818 Rom (im Tiber ertrunken)

Als Dreizehnjähriger wurde Carl Philipp Fohr vom Heidelberger Universitätszeichenlehrer Friedrich Rottmann im Zeichnen unterrichtet. Mit dem 1813/14 entstandenen Jugendwerk „Skizzenbuch der Neckargegend“ schuf Fohr unter anderem eine Sammlung gezeichneter Ansichten von Orten der Kurpfalz, insbesondere von Heidelberg und seiner nächsten Umgebung. Das Album wurde 1927 aufgelöst und die einzelnen Blätter verkauft. Sie befinden sich heute in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen.

Fohr schenkte das „Skizzenbuch der Neckargegend“ 1814 der Erbprinzessin von Hessen, Wilhelmine Luise von Baden, die ihm den Auftrag erteilte, ähnliche Ansichten von der Gegend um Baden-Baden zu Zeichnen. Das „Badische Skizzenbuch“ überzeugte die Erbprinzessin vom Talent Fohrs, dem sie fortan ein Jahresgehalt zahlte, damit dieser sich künstlerisch weiterbilden könne.

1815–16 bildete sich Fohr an der Münchner Akademie bei Peter von Langer im Zeichnen und bei Ludwig Sigismund Ruhl im Malen weiter. Die Erbprinzessin finanzierte Fohr einen mehrjährigen Aufenthalt in Rom, wohin er im Oktober 1816 reiste. Dort wohnte er mit Ruhl zusammen und arbeitete im Atelier von Joseph Anton Koch. Eine Vielzahl von Künstlern, die prägenden Einfluss auf die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts nahmen, wie Koch, die sogenannten Nazarener um Peter Cornelius und Johann Friedrich Overbeck sowie die Klassizistischen Bildhauer Christian Daniel Rauch, die Brüder Schadow und Bertel Thorvaldsen trafen sich regelmäßig im Café Greco in Rom.

1817 plante Fohr, mit einer fiktiven Versammlung von 51 Künstlern im Café Greco gewissermaßen ein „Pantheon“ der in Rom lebenden deutschen Künstler zu malen. Dazu fertigte er einzelne Bleistiftzeichnungen von den Porträts eines jeden dieser Künstler an, die zu den Zimelien der Graphischen Sammlung des Kurpfälzischen Museums gehören. Obwohl Fohr bereits mindestens drei Kompositionszeichnungen anfertigte, kam es nicht zur Ausführung des Gemäldes.

Carl Philipp Fohr ertrank 1818 beim Baden im Tiber. Er galt als eines der vielversprechendsten Malertalente der deutschen Romantik. JW

Deutsche Biographie
Digitale Sammlung Städel Museum
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Biografische Skizze

Fries, Ernst

Maler
* 22.6.1801 Heidelberg, † 11.10.1833 Karlsruhe

Bereits als Achtjähriger ließ sich Ernst Fries durch den Heidelberger Universitätszeichenlehrer Friedrich Rottmann im Zeichnen ausbilden. Ab 1815 bekam er Unterricht im Malen bei Karl Kuntz in Karlsruhe und ab 1818 Unterricht in Perspektive und Architekturzeichnen bei Georg Moller in Darmstadt. Fries fertigte bereits in jungen Jahren zahlreiche Ansichten von Heidelberg und Umgebung an.

Mehrfach lebte Fries in München, wo er ab 1820 an der Münchner Akademie die Landschaftsmalerei erlernte. Dass Ernst Fries den Beruf des Malers ergriff, lag nahe, da sein Vater Christian Adam Fries eine Firma zur Produktion von Krapp betrieb. Der daraus gewonnene Krapplack dient zur Herstellung einer roten Malfarbe. Mindestens das Zeichnen aber auch das Malen wurde in der kinderreichen Familie Fries sehr geschätzt und gepflegt.

Für die ca. 1820 erschienene Publikation "Malerische Ansichten vom Rhein und Mosel" erhielt Fries zusammen mit Carl Rottmann, Joseph Wintergerst, Daniel Fohr und Rudolf Kuntz den Auftrag von dem Heidelberger Verleger Joseph Engelmann, entsprechende Ansichten vor Ort anzufertigen. Später zeichnete Fries auch in der Umgebung von Tirol und Salzburg.

Er unternahm 1823–1827 eine Italienreise, die ihn über Venedig nach Rom und von dort aus in die Umgebung Roms, des Weiteren nach Umbrien, in die Toskana und an den Golf von Neapel bis nach Capri führte. Die auf dieser Reise entstandenen Zeichnungen gehören zu den wertvollsten Beständen der Graphischen Sammlung des Kurpfälzischen Museums Heidelberg.

In den Jahren nach seiner Rückkehr aus Italien fertigte er erneut Ansichten von Heidelberg und Umgebung an. Beispielsweise beauftragte ihn der Kaiserliche Rat Johann Friedrich Heinrich Schlosser, eine druckgraphische Serie mit Ansichten von Kloster Neuburg zu produzieren, das Schlosser 1825 erworben hatte und als Treffpunkt für Maler, Musiker, Literaten und Mäzenaten etablierte.

1831 ernannte ihn Leopold I. zum großherzoglich-badischen Hofmaler. 1833 beging er im Fieber Suizid.

Mit rund einhundertachtzig Werken bewahrt das Kurpfälzische Museum Heidelberg die bedeutendste Sammlung von Arbeiten dieses Künstlers. JW

Deutsche Biographie
Digitale Sammlung Städel Museum
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Graimberg, Carl von

Landschaftszeichner, Kunstsammler
* 30.7.1774 Schloß Paars bei Château-Thierry (Aisne, Frankreich), † 10.11.1864 Heidelberg

Carl von Graimbergs privates und berufliches Leben ist auf das Engste mit Heidelberg und dem Heidelberger Schloss verbunden. Als reisender Künstler der Romantik, mit einem besonderen Interesse an der Landschaftszeichnung, kam er 1810 erstmals nach Heidelberg. Hier ließ er sich schon im Folgejahr nieder und gründete alsbald ein "Kupferstichunternehmen" zur Verbreitung der Ansichten des Schlosses und der Stadt Heidelberg, des Neckartals und Schwetzingens. Vom Architekten Thomas Alfried Leger ließ er seine Zeichnungen auf Perspektive und Maßstäblichkeit prüfen und überarbeiten, bevor Christian Haldenwang, Johann Jakob Tanner, Peter Wagner und weitere Künstler diese in druckgraphische Medien übertrugen; bei den Publikationen der Anfangsjahre bedienten sie sich in der Regel der Radierung und Aquatinta, beispielsweise bei den Ansichten des Heidelberger Schlosses von 1824, in den späteren Jahren aus Kostengründen der Lithographie, so bei den 1837 erschienenen Ansichten der Stadt, des Schlosses und der Umgebung von Heidelberg. Die graphischen Blätter und Sammelwerke aus Graimbergs „Kupferunternehmen“  trugen einerseits zur Berühmtheit des Heidelberger Schlosses bei und bedienten andererseits die durch steigende Besucherzahlen wachsende Nachfrage an Souvenirs in Form von Erinnerungsgraphik. Dabei beabsichtigte Graimberg selbst eine Art denkmalpflegerischer Bestandsaufnahme der Schlossruine, genauso wie er sich aktiv für den Denkmalschutz des Heidelberger Schlosses einsetzte. Die Sammlung kurpfälzisch-badischer Kunstwerke und Antiquitäten, die Graimberg außerdem zusammengetragen und als „Alterthümerhalle“ in Heidelberg zur Schau gestellt hatte, wird heute im Kurpfälzischen Museum aufbewahrt. MK

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Hürlimann, Johann

Maler, Kupferstecher
* 2. Mai 1793 Riedikon, † 18. März 1850 Paris

Johann Hürlimann erhielt seine Ausbildung in Zürich, war in Bern und Neuchâtel tätig, bis er sich 1829 in Paris niederließ. Er gilt als ein herausragender Künstler der Aquatintatechnik. Dabei schuf er vornehmlich nach Vorlagen anderer Künstler überwiegend Landschaftsbilder und Stadtansichten. Solche vom Heidelberger Schloss und anderen Orten und Sehenswürdigkeiten der Kurpfalz entstanden im Zusammenhang mit Reisebüchern, wie der 1824 erschienenen Malerischen Reise nach Heidelberg oder dem Album de la Bergstrasse von 1845.

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Sikart
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Münster, Sebastian

Kosmograph, Hebraist
* wahrscheinlich 20.1.1488 Nieder-Ingelheim, † 26.5.1552 Basel

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Historia Mathematica Heidelbergensis
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Rottmann, Carl

Landschaftsmaler
* 11. Januar 1791 Handschuhsheim, † 7. Juli 1850 München

Den ersten Unterricht im Zeichnen erhielt Carl Rottmann durch seinen Vater, den Heidelberger Universitätszeichenlehrer Friedrich Rottmann. Die Darstellung von Landschaft stand von Anfang an im Zentrum seiner Kunst. In den ersten Schaffensjahren bis 1826 schuf Rottmann zahlreiche Ansichten von Heidelberg, Handschuhsheim und anderen Orten der Kurpfalz.

Für die ca. 1820 erschienene Publikation "Malerische Ansichten des Rheins, der Mosel, des Haardt, und des Taunusgebürges" erhielt Rottmann zusammen mit Ernst Fries, Joseph Wintergerst, Daniel Fohr und Rudolf Kuntz den Auftrag von dem Heidelberger Verleger Joseph Engelmann, entsprechende Ansichten vor Ort anzufertigen. 1822 trieb Rottmann Studien im Berchtesgadener und Salzburger Land mit den Malern Dietrich Monten und Voelderndorf.

1826–1827 unternahm Rottmann auf eigene Kosten eine erste Italienreise, die ihn über Florenz und Rom bis nach Sizilien führte. 1829 erhielt er den Auftrag von König Ludwig I. von Bayern über einen Freskenzyklus mit italienischen Landschaftsansichten für die Münchener Hofgartenarkaden. Zu diesem Zweck begab er sich auf seine zweite Italienreise, die ihn nach Kalabrien und nochmals bis nach Sizilien führte.

Da sich König Ludwig I. von Bayern für den nördlichen Gang der Münchener Hofgartenarkaden einen Freskenzyklus mit griechischen Landschaftsansichten wünschte, beauftragte er Rottmann 1832 nach Griechenland zu reisen, um dort Landschaftsstudien anzufertigen. Dieser Auftrag hatte eine starke politische Dimension, da die griechische Nationalversammlung König Ludwigs Sohn 1832 zum griechischen König Otto gewählt hatte. Rottmann bildete nicht nur bekannte antike Stätten, sondern auch solche Orte ab, die ihre Bedeutung aus den Ereignissen des griechischen Unabhängigkeitskrieges und der Regentschaft des Königs Otto zogen. Bei der Darstellung von Orten, die bereits eine wichtige Bedeutung in der Antike einnahmen, verfolgte Rottmann keine historisierende Rekonstruktion eines goldenen Zeitalters, sondern zeigte ein weitgehend menschenleeres Land zur Stunde Null, das vor dem realen Neuanfang steht. Dieser Stimmung entspricht seine Neuverteilung des Verhältnisses zwischen heroischer und konkreter Landschaft, mit der er der Landschaftsdarstellung neue Impulse gab.

Die Werke Rottmanns gehören zum wertvollsten Kernbestand des Kurpfälzischen Museums Heidelberg. JW

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