DFG-Projekt: duerer.online – Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer

In Vorbereitung: DFG-Projekt: duerer.online – Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer

Albrecht Dürer und sein Werk gehören zu den bedeutendsten Gegenständen der kunsthistorischen Forschung. Der RenaissanceKünstler ist wissenschaftlich von besonderer Dignität; kein Werk eines deutschen Künstlers dieser Zeit ist so gut dokumentiert und wird so rege rezipiert wie das Dürers. Infolge dessen ist die Literatur dazu kaum zu überblicken. In den älteren Werkverzeichnissen fehlen naturgemäß neu gewonnene Erkenntnisse der Forschung. Durch die fortschreitende Digitalisierung entstehen viele digitale Ressourcen, die nicht selten disparat und inkompatibel veröffentlicht werden. Masse und Vielfalt der Quellen und das ungebrochene Interesse machen Dürer zum idealen Gegenstand einer digitalen Plattform. Eine solche interoperable Infrastruktur bietet duerer.online. Vorhandene digitale Ressourcen werden eingebunden, die Anschlussfähigkeit überholter Datenformate realisiert und die Einspeisung neuer Daten gewährleistet. Im Sinne der Digital Humanities wird Wissen übersichtlich gebündelt, Verstreutes digital vereint und ein neues Forschungsinstrument angeboten.

Die erste Projektphase (drei Jahre) soll sich der Vernetzung Dürers widmen. Vorrangig anhand der Druckgrafik sollen seine Beziehungen zum „Markt“, zu Fürsten, Patriziern und Gelehrten sowie zur Kunsttheorie und zum Künstlerbild der Renaissance erhellt werden. Als Datengrundlagen sollen neben einer – in Teilen synoptischen – TEIgestützten Edition des schriftlichen Nachlasses der Kernbestand des Œuvres Dürers und seiner Rezeption im Dürer-Nachleben erfasst werden. Die erste Phase gilt den Beständen der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung (Nürnberg), des Germanischen Nationalmuseums (Nürnberg), und der Albertina (Wien), die im schriftlichen Nachlass des Künstlers explizit genannt werden. Diese Werke werden nach kunsthistorischen Richtlinien verzeichnet, untereinander semantisch verknüpft sowie mittels Hyperlinks mit externen Ressourcen verlinkt.

Zum Einsatz kommen soll die „Wissenschaftliche KommunikationsInfrastruktur (WissKI)“, eine virtuelle Forschungsumgebung, die den sich aus der oben skizzierten Ausgangslange ergebenden Anforderungen Rechnung trägt und die den Aufbau von Anwendungen im Bereich der Digital Humanities unter Nutzung aktueller Standards ermöglicht. Die Einordnung und Speicherung der erhobenen Daten erfolgt ontologiebasiert auf Grundlage des ISO-Standards 21127 (CIDOC-CRM), und unter Nutzung der Gemeinsamen Normdatei GND. Die Projektverantwortung durch die Universitätsbibliothek Heidelberg und die Integration in arthistoricum.net, den an der UB Heidelberg angesiedelten Fachinformationsdienst Kunst, Design, Fotografie, garantiert die Anschlussfähigkeit und Nachhaltigkeit der erarbeiteten Ergebnisse.