Todesopfer der Taucher war diesmal ein Araber aus dem Somalilande, der auf dem Meeresgründe in Meinungsverschiedenheiten mit einem Tamilen geraten war und infolge dessen mit durchstochener Brust nach oben schwamm. Der Tamile behauptete zwar, er habe den Nachbar für einen Haifisch gehalten, aber die Polizei nahm ihn trotzdem fest. Nach nicht viel mehr als einem Fischerei monat, den ein vorzeitiger heftiger West- Monsum erschwerte, ließ der Regierungs dampfer abblasen. Unter sehr kräftigen Flüchen der Käufer, die keineswegs auf ihre Kosten gekommen waren und jetzt zweihun dert Rupien für den Rücktransport zahlen mußten (denn die Perlbänke liegen außer halb jedes Verkehrs und die Bootsbesitzer nützten die Konjunktur), unter nicht min der heftigen Verwünschungen der Taucher- Scheiks, die mit ihrem Beute-Drittel auch nicht viel mehr hatten als perlenloses Muschelfleisch, und schließlich unter dem Gebrüll der Taucher, die gerade einen klei nen Streik geplant hatten, um ihre Löhne zu bessern, schloß die Perlenfischerei 1925 weit unter dem Durchschnittsergebnisse früherer Jahre. Die provisorische Stadt am Meeres ufer verschwand so rasch, wie sie entstanden war, und nur die Möwen und Kreb e, die nun wieder das Terrain beherrschen, haben eine reine Freude; sie schwelgen in verwesendem Muschelfleisch. Die Regierung will den Perlaustern jetzt mindestens acht Jahre Zeit gönnen, denn so lange braucht die Muschel, bis sie erwachsen ist und rechtschaffen Perlen ansetzt. Auch wird es wohl ebensolange dauern, bis die Ceylonesen vergessen haben, daß 45 Rupien ein ganz schöner Preis für tausend leere Muscheln sind ... * Der Weg der Perle von der Muschel bis zum Juwelier in der Rue de la Paix, der Fifth Avenue oder dem Schmuckkästchen einer amerikanischen Milliardärin wäre ein Thema für einen Balzac. Da aber ein Balzac einmal in Jahrhunderten geboren wird, so wird wohl dies Thema eher vom Kurbel kasten aufgefangen und dargestellt werden.