989 Manne übergeben. Die frommen Schwestern segneten mich und gaben mir gute Lehren mit auf den Weg. Ich war froh, dem strengen Institut entkommen zu können. Die Oberin hatte mir erklärt, ich käme zu guten Leuten auf dem Lande. Der Mann kaufte mir Kleider, Wäsche, Schuhe, führte mich in ein Restaurant, gab mir zu essen und zu trinken, nahm mich auf ein Zimmer. Dort gestand er mir, es sei alles Schwindel gewesen, was er den frommen Schwestern erzählt, er bringe mich zu Pierre Picard, der die Sache inszeniert habe. Das Wiedersehen mit meinem kleinen Jugendfreund und Beschützer war der schönste Augenblick meines Lebens. Fast hätte ich ihn nicht erkannt. Er war in den vier Jahren gewachsen und trug schon einen Schnurrbart. Pierre arbeitete in einem Marmorsteinbruch unweit Beaucaire. Ich brachte Unfrieden, Zank und Streit in sein Leben. Alle Männer begehrten mich, obwohl ich mit keinem flirtete. Pierre schlug mich, so oft ein Mann mir nachstellte. Er glaubte nicht an meine Treue. Des ewigen Gezänkes und der Schläge müde, entlief ich eines Tages, kehrte aber nach kurzem wieder zu ihm zurück. Er hatte sich dem Trunke ergeben, verließ seine Arbeit und lebte vom Diebstahl. Bald hatte er mich so weit, daß ich ihm in allem folgte. Als er von dem Korridor in das Schlafzimmer des Wucherers treten wollte, wurde er von einem maskierten Mann über- ranot . . .