da eine Laterne die Finsternis durchstach. Niedrige Lagerstätten sah man an den Wänder, und seltsame Menschen zierten sie: Chinesen, Japaner, Malayen, indische Matrosen mit ein oder zwei weißen Mäd chen; und flinke geräuschlose Diener glitten von Lager zu Lager. Irgendwo in einer fernen Ecke lag ausgestreckt eine schmächtige Gestalt in braunem Shirting. Ihre kraftlosen Finger krallten sich um den Stiel einer erloschenen Pfeife. Auf einem Sopha saß ein skorbutischer Nigger mit einer Jüdin von Shadwell. Auf einem Tisch in der Mitte kauerte unter einer der Laternen ein Musiker mit einem Blas instrument, blinzelte auf die Gesellschaft wie eine schlaue Katze und spielte seine Melodie von sechs immer wiederholten Tönen. Die Luft wogte. Der Schmutz der Jahre, Tabak vieler Arten, Opium, Betelnuß und der Geruch feuchter Körper verbündeten sich zu einem großen Angriff gegen den Geruchssinn. Als Cheng auf seinem insektenzerfresse nen Kissen brütend saß, geschah es plötz- . . . So fand man sie 1:11 geisterhaften Indit des Atorgens auf. lieh, daß die Laterne über dem Musiker von dem Instrument angestoßen wurde. Sie tanzte hin und her und warf einen trüben Schimmer auf einen Diwan im Schatten. Er sah — stutzte — erhob sich ein wenig. Sein Herz schlug heftig, und das Blut pochte in seinen Adern. Dann sank er wieder in sich zusammen, duckte sich und starrte. Oh ihr Blüten der Lilie und des Pflau menbaumes! Oh silberne Ströme und dun kelleuchtende, sternbesäte Himmel! Oh Wein und Rosen, Gesang und Lachen! Denn da war, kniend auf einem Stoß von Decken, verwirrt und großäugig, aber ver stehend — da war Lucy ... seine Lucy . .. sein kleines Mädchen. Durch das Dunkel hindurch mußte sie fühlen, wie er sie intensiv angestarrt hatte; denn er kauerte an seinem Platz, verzaubert, und blickte wieder starr in die dunkle Ecke, wo sie kniete. Fortsetzung auf Seite 134 34