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Chinesische Keramik und Farbenholzschnitte. Ausstellung E. Cassirer. Diese Grabkeramik mag ja auch vom Standpunkt der Völkerkunde interessante Dokumente liefern, aber sie ist viel mehr, sie ist die künstlerische Aeußerungs- form einer religiösen Visionenhaftigkeit. Mag sein, daß Kunsthofhistoriker recht haben, wenn sie in den chinesischen Keramiken griechische Anklänge finden, aber mir scheint es, daß die Griechen zu sehr an die Form und an die Außenschönheit gebunden waren, um die Form von einer Innengeistigkeit sprengen zu lassen, wie es den chinesischen Keramiken eigen ist. Diese Keramiken sind blutgezwungene Visionen von Stieren, Musikanten, Pferden, Kameltreibern, Gauklern und Kriegern, die das Symbol für die irdische Mission des Verstorbenen darstellen wollen. In den letzten 50 Jahren ist zuviel japanische Exportsüßlichkeit nach Europa gekommen, so daß fast eine Abwehr gegen den Sacharingeschmack der japani schen Holzschnitte nötig war. Die Galerie Cassirer hat jetzt neben den Grab keramiken und Gefäßen eine Ausstellung von chinesischen farbigen Holz schnitten veranstaltet, die den Sacharingeschmack auf immer vertreiben. Die Holzschnitte stammen aus dem Verlag „Zehnbambushalle“ (17. Jahrhundert). Die Holzschnitte sind zum Teil von Hou Jue-ts’orng (von dem man berichtet, daß es ein Einsiedler war, der nur den Träumen der Kunst lebte). Die Holz schnitte wurden 300 Jahre hindurch immer wieder verlegt und verloren nichts von ihrer Qualität, weil sie nicht zeitgebunden sind. Es sind meistens Baum blüten, Blumen, Bambusblätter. Auch in diesen Gegenständen zeigen die großen Kunsthandwerker, daß sie nicht die äußerliche Sichtbarkeit interressiert, sondern das Gefühl, das in den Dingen lebt, die Ausstrahlung, in der sich das Ding äußert. Emil Ssittya. Aller Seelen. Reicht mir die duftende Fern Andra Auch Asta Nielsen holt herbei Und laßt uns von der Pola reden Wie Mia May! Grit Hegesa. Das Hörspiel. Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft m. b. H., Berlin W. 9, Potsdamer Straße 4, hat ein Preisausschreiben erlassen, das den Zweck hat, weitere Kreise von Schriftstellern auf die Bedeutung und Notwendigkeit be sonderer Rundfunkspiele aufmerksam zu machen und dadurch den Gedanken des Hörspiels zu fördern. Gegenstand des Preisausschreibens bildet ein für die Aufführung bei deutschen Rundfunkgesellschaften geeignetes Hörspiel von etwa 1 bis 1 l A Stunden, Dauer. Manuskriptablieferung bis zum 15. April 1927. Drei Preise sind vorgesehen: RM. 6000, 4°°° und 2000. Das Preisgericht be steht aus folgenden Herren: Dr. Wilhelm von Scholz, Präsident der Dichter akademie, Berlin; Karlheinz Martin, Berlin; Prof. Dr. Georg Schünemann, Direktor der Hochschule für Musik, Berlin; Friedrich Georg Knöpfke, Direktor der Funkstunde, Berlin; Dr. Hans Flesch, Direktor des Südwestdeutschen Rundfunkdienstes, Frankfurt a. M.; Julius Witte, Mitteldeutscher Rundfunk, Leipzig. Die näheren Bedingungen sind auf Anforderung bei der Reichs- Rundfunk-Gesellschaft erhältlich.