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dame; denn die hat dem Baron nie auf dem Schoß gesessen, und geküßt haben sich die Barönlichen auch nie. Den beiden schien es draußen ebenso gut zu gefallen wie mir, denn wir haben draußen übernachtet. Ein fescher Zweisitzer stand mit mir in der Garage; der hatte eine Laterne auf mich geworfen, und ich habe ihm heimlich zugehupt. Leider fuhr er so früh fort. Wir werden wohl nie mehr zusammen parken Ja, ja, der Mai. * 1. Juli. Letzte Nacht bei Barons. Gewitterzeit. Unser Spitzpo... lster hat alles raus gekriegt von der Kleinen mit den zierlichen Krabbelfüßchen. Kurzschluß hat’s gegeben. Nun muß ich verkauft werden. „Ich wäre schon brüchig“, hupte die Olle, „sogar ehebrüchig und trüge Anzeichen von Sprüngen. Jawohl, von Sprüngen, von Seitensprüngen.“ Diese dürre neidische Giftdüse. Ach ja, kein Krabbelfüßchen wird mehr meine Hebel treten, keine Mausipfötchen mehr meine Schaltung ergreifen, keinen Blick mehr werde ich wadenaufwärts werfen. Oh, ihr schwülen Nächte. Oh, Gewittermond. * 1. August. Einen Monat habe ich nichts mehr geschrieben. Scham verstopft mir die Schmie rung. In eines Zigarrenonkels Diensten duftet mein Auspuff. Die Vorhänge meiner Fenster sind bemalt mit „Raucht Fliegentod“ und „Die milde Havanna Laubgewinde mit Magenbinde“. Ich fahre in der Stadt herum wie jeder Milchmann, jeder Müll kutscher, jeder Bierwagen, von Ecke zu Ecke, und spende jedem Laden ein paar Kisten. Auf meinem Dache thronen zwei Pfeifen, die lachen mich aus. Oft möchte ich explodieren. 0 Aurora, was soll aus dir werden. Mich deucht, du liegst schlecht in der Kurve. Sonntags wird die Reklame versteckt, und der Chef mit sechs Kindern nebst dem dazu passenden Kinderfräulein sowie seine Frau belasten mich. Huup, Huup. Dann doch lieber Zigarren und Aschenbecher. * 8. August. Die Hundstage beginnen. Ich werde jeden Tag fünfmal abgespritzt. Es kleben Weine runde Pflästerchen auf mir, mit einem Adler drauf. Ich weiß nicht, ob ich deswegen so oft bespritzt werde oder wegen der Hitze. Man weiß gar nicht, woran man ist. Hol’s der Kuckuck. Heute habe ich eine Probefahrt gemacht mit einem Herrn, der eigentlich kein Herr ist, sondern nur ein Mann in einem Manchesterwams mit breiten, dreckigen Nägeln. 12. August. Droschke bin ich nun. Droschke. Acht Tage schon Droschke, und mein Bosch- hom krächzt noch? Meine Lackierung blättert nicht ab? Meine Schläuche halten noch dicht? Ach, Aurora, das Gefälle wird immer stärker. Droschke. Rechts habe ich eine Beule mit einem roten Fähnchen. 'Danach bezahlen die Menschen. Mein Herr, der Mann im Manchester, freut sich dann. Manchmal ärgert er sich auch. Wie gestern zum Beispiel. Da haben wir nämlich einen Betrunkenen gefahren. Erst ging’s gut. Er sang nur: „Guter Mond, du gehst so stille,