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Mein Geschäft mit Hunden „Das ist ja ein furchtbarer Hund!“ riet er aus. voll und sah’ doch immer passiv und be dauernswert aus. Er leckte uns die Schuhe, ging interesselos im Zimmer herum und man sah ihm seinen Aerger darüber an, daß sein Herr mit ihm nicht doch bis zum Schinder gekommen war. Schimek stellte noch einen Versuch an, um ihn bösartiger erscheinen zu lassen. Da dieser Hund gelb und weiß — vielmehr grau — war, malte er ihm mit Tusche schwarze Streifen auf, so daß er das Aus sehen einer Hyäne bekam. Der Käufer, welcher sich ihn am näch sten Tage abholen kam, wich, als er ihn erblickte, entsetzt zurück: „Das ist ja ein furchtbarer Hund!“ rief er aus. „Den Hausbewohnern tut er nichts. Ver suchen Sie ihn nur zu streicheln. Er heißt Fox.“ V. Weihnachten kam heran. Unterdessen hatten wir den schwarzen Spitz mit Hilfe von Wasserstoffsuperoxyd gelb gefärbt und aus dem weißen Spitz machten wir einen schwarzen, indem wir ihn mit flüssigem Silbernitrat übergossen. Beide Hunde heul ten entsetzlich bei dieser Prozedur, was den Anschein erweckte, als ob das kynologische Institut über mindestens sechzig Hunde verfüge. Doch hatten wir eine Menge junger Hunde. Schimek litt, allem Anscheine nach, unter der krankhaften Vorstellung, daß junge Hunde die Grundlage zum Wohlstand seien und deshalb trug er vor Weihnachten die Taschen seines Winter rockes voll mit solchen Jungen. Schickte ich ihn um eine Dogge, so brachte er mir übrigen: Wenn ein ordentlicher Dieb kommt, wird er ihn vergiften, und der Herr wird sich einen anderen bei uns kaufen.“ Eine Weile debattierten wir darüber. Dann fing Schimek an den Hund durch zukämmen und wir kochten für ihn Reis mit sehnigem Fleisch. Er fraß zwei Töpfe Der Käufer wehrte sich ängstlich, als wir ihn, im wahrsten Sinne des Wortes, gewaltsam zu dieser Mißgeburt hinzogen und ihn zwangen, sie zu streicheln. Der Wächterhund leckte ihm die Finger und ging wie ein Schaf hinter ihm her. Und bis zum nächsten Morgen hatte man diesen Herrn vollständig ausgeraubt. 692