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von Jaroslav Haschek auf, so daß er das Aussehen einer Hyäne bekam. . . . malte er ihm schwarze Streifen Dem Herrn schien das recht gut zu ge fallen, denn er nickte beifällig mit dem Kopf, indem er sagte: „Sie haben wohl auch recht böse, zum Wachen abgerich tete Hunde zu verkaufen?“ „Oh, gewiß! Ich habe so böse Hunde in meinem Besitz, daß ich nicht einmal mit ihrer Photographie dienen kann, da sie den Photographen beinahe zerfleischt hätten. Ich habe Hunde auf meinem Lager, welche bereits Diebe in Stücke zerrissen haben.“ „Gerade einen solchen wünsche ich mir!“ sagte der Räufer. „Ich habe nämlich ein großes Holzlager und brauche jetzt im Winter einen guten Wächterhund. Wenn Sie mir ihn bis morgen nachmittag aus Ihrem Hundestall herschaffen könnten, käme ich mir ihn ansehen.“ „Oh, bitte! Sehr gern! Ich will gleich meinen Diener darum schicken. Schimek!“ Der Diener erschien mit lieblichem Lächeln und sprach sogleich die Vermutung aus, diesen Herrn bereits irgendwo gesehen zu haben. „Schimek“, sagte ich zu ihm, indem ich ihm zuzwinkerte. „Sie werden unseren bösesten Hund aus dem Stall abholen und hierher bringen. Wie heißt er denn nur gleich?“ „Fabian“, antwortete Schimek mit Eises kälte. „Seine Mutter ist die Hexa und er selbst ist ein furchtbarer Hund. Er zerriß und fraß bereits zwei Kinder, weil man ihn irrtümlicherweise den Rindern als Spielzeug gegeben hat und diese auf ihn hinaufklettern wollten. Was die Anzah lung anbelangt . . .“ „Ach ja richtig!“ sagte der Käufer. „Hier sind i5 Mark als Anzahlung. Was wird er denn kosten?“ ,,4o Mark!“ sagte Schimek. „Und i Mark Schwanzgeld. Wir haben auch einen bil ligeren auf Lager, zu 2 5 Mark, aber der hat einem Herrn, welcher ihn streicheln wollte, nur drei Finger abgebissen.“ „Ich will also den Böseren haben.“ Und Schimek machte sich mit der An zahlung auf den Weg, um einen Wächter hund aufzutreiben. Am Abend brachte er ein melancholisches armes Tier, das kaum kriechen konnte, nach Hause. „Das ist doch ein halbkrepiertes Vieh!“ rief ich erstaunt. „Aber billig!“ entgegnete Schimek. Ich begegnete einem Fleischer, der ihn gerade zum Schinder führte, weil der Hund ihm angeblich nicht mehr seinen Wagen ziehen wollte und zu beißen anfing. Da kam mir der Gedanke, daß aus ihm doch gewiß ein guter Wächterhund werden würde. Im 691