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Mein Geschäft mit Hunden \\ egen Kaummangels einen einjährigen wei ßen SpiLz verkaufen. Sind denn Spitze so groß, daß sie einem so sehr im Wege sein können? Gehen Sie also in die Scbulgasse und kaufen Sie ihn; ich gebe Ihnen hier io Mark.“ Er verabschiedete sich von mir mit der Versicherung, daß er so bald wie möglich wiederkäme, kam aber erst nach drei Stun den und in was für einem Zustand! Den harten Hut bis über die Ohren ge zogen, torkelte er von einer Seite auf die andere, wie während eines heftigen See- sturmes auf einem Schiffsverdeck. In der Hand hielt er krampfhaft einen Strick, den er hinter sich herzog. Ich sah nach dem Ende des Strickes. Doch es hing nichts daran. „Nun— wie — gefällt — er — Ihnen — ein feines Stück, nicht? Bin — ich — nicht schnell — zurück (er stieß auf und rempelte gegen die Zimmertüre) — Schauen Sie sich nur einmal — seine Ohren an —• So komm doch Ochse — der stellt sich aber fein an — wie? Sie wollte ihn gar nicht verkaufen —“ - vor einer Stunde, w _ war er noch dran.“ Da wandte er sich um und erblickte das leere Ende des Stricks. Seine Augen traten aus den Höhlen und er nahm das Ende in seine Hand, befühlte es und sprach auf stoßend: „V — vor einer Stunde, w—-w — war er noch dran. Er setzte sich auf den Stuhl, fiel gleich hinunter und, an meine Füße geklammert, sich wieder aufrichtend, sagte er triumphie rend, als ob er etwas Herrliches entdeckt hätte: „Er ist uns scheinbar davongelau fen.“ Er warf sich auf den nächsten Stuhl und begann zu schnarchen. So trat er seinen Dienst bei mir an. Ich blickte aus dem Fenster auf die Straße hinaus. Dort in dem Trubel liefen verschiedene Hunde herum. Es schien mir so, als ob ein jeder zu verkaufen wäre. Der Mensch neben mir schnarchte fürchter lich. Ich versuchte ihn zu wecken in der fixen Idee, daß irgendein Käufer komme, der nicht nur einen, sondern ein ganzes Dutzend Hunde kaufen wolle. Es kam jedoch keiner und es war vergeb liche Mühe, Schimek zu wecken. Das ein zige was ich erreichte, war, daß er vom Stuhl hinunlerpurzelte. Nach drei Stunden raffte er sich endlich auf und seine Augen reibend, sagte er mit krächzender Stimme: „Ich glaube, ich habe irgend etwas Schlim mes angestellt!“ Er fing an, sich an die einzelnen Details zu erinnern, erzählte von dem Spitz, wie schön er gewesen und wie billig er ihn von der Frau gekauft hätte. Er mußte ihr bloß 4 Mark dafür geben, weil er ihr versicherte, daß er in die besten Hände käme. Dann erzählte er, daß der Hund keinesfalls mit kommen wollte und wie er ihn deshalb ver droschen habe. Dann ging er plötzlich auf ein anderes Thema über und erzählte, daß er einen bekannten Gastwirt hätte, bei dem er sich eine Weile aufgehalten habe. Er traf dort einige seiner Bekannten. Man trank ein wenig Likör und •Wein. Der Mensch ist ein sehr schwaches Geschöpf. „Nun, gut“, entgegnete ich. „Wie Sie sich noch erinnern werden, bekamen Sie 688