Reinlichkeit herrschte in diesem Hause, die für ihn etwas Bedrückendes hatte. Plötzlich hörte er durch die halooffene Tür aus dem Nebenzimmer eine Stimme, die ihm das Blut in den Adern gerinnen ließ. Er fühlte, wie die Angst in ihm höher und höher stieg, aber er vermochte kein Glied zu rühren. „Er war weit und breit geachtet“, hörte er die Stimme sagen. „Sie müssen wissen, daß er Kirchenvorsteher und Prokurist bei seiner Firma war. Er hätte gerade Kompagnon wer den sollen, als er starb. Wie oft habe ich ihm gesagt: „James, Lieber, schone dich ein wenig, aber . . Sein böser Traum war Wahrheit geworden. Sie war hier — hier neben ihm 1 — und sie würde ihn wieder dahin zurückführen, wo für ihn die Hölle war. Aber noch war Zeit. Wenn er jetzt sogleich davonliefe, immer die Straße entlang, bis über den Hügel. . . Aber noch immer vermochte er kein Glied zu rühren Die Stimme fuhr fort: „Ich war untröstlich, als er starb . . . Heute sind es gerade sechs Jahre Er hörte, wie irgend jemand einige teil nehmende Worte murmelte. „Bald nach seinem Tode zog ich hierher. Ich werde Ihnen seine Photographie zeigen.“ Sie öffnete die Tür und stand ihm gegen über. Eine Weile herrschte tiefes Schweigen. James konnte in das Speisezimmer blicken, wo drei ältere Damen von jenem korrekten Typus, an den er sich noch so gut aus seiner Vergangenheit erinnerte, um den Tisch saßen Seine Knie begannen zu zittern. Dann aber fiel ihm ihr Ausdruck auf, der nicht minder entsetzt als der seinige war und in dem er eine flehende Bitte zu lesen glaubte. Und plötzlich kam ihm die ganze freudige Wahr heit zum Bewußtsein: Ellen wünschte gar nicht, daß er noch am Leben sei. Es wäre ihr viel lieber gewesen, wenn er wirklich tot gewesen wäre: denn als Toten durfte sie ihn mit allen Würden bekleiden, die er als Leben der stets hartnäckig zurückgewiesen hatte. Ihre Lippen waren weiß wie Kreide, als sie ihn unbeweglich anstarrte. Mit einem gewalt samen Ruck nahm er sich zusammen und