Ohne Antwort. „Als ich Montag zur Geigenstunde ging, sagte ein fremder Junge zu mir: „Na, Dicker, wo willst du die Leiche abholen mit deinem kleinen Kindersarg. Mein Geigenkasten sieht nämlich wie ein kleiner Kindersarg aus. Ich dachte, laß ihn doch reden und ich gab ihm keine Antwort. Als ich beim Musiklehrer war, fragte mich ein Junge der auch mit mir zum Unter richt geht: „In welche Schule gehst Du“ In die weltliche erwiderte ich. Na da lernt man ja nichts sagte der Junge. Eben so viel so wie in der christlichen lernen wir da, nur keine Religion erwiderte ich. Na wer hat dich denn geschaffen? fragte der Junge. Die Auskunft kann ich dir nicht geben, sagte ich, vielleicht weißt Du’s? Der Junge ging weg ohne zu antworten. * Der Klapperstorch. „Als ich gestern zu meiner Tante kam, sagte meine Tante: Anna, bei uns hat der Klapperstorch ein kleines Mädel gebracht! Ich sagte: „Auch noch der Schmerz.“ Meine Tante sagte „Du hast es ja noch gar nicht gesehen. Ich ließ es mir zeigen. Das war aber winzig. Die Nase war ein cm lang und ihre Körperlänge war ein Dreivierielbrot, größer war sie nicht. Die kleinen Hände waren ganz blau und kalt in dem gut geheizten Zimmer und ich konnte mir gar nicht vorstellen, daß ich einmal so klein gewesen war. Meine Kusine freute sich sehr, denn der hatte der Klapperstorch noch eine Puppe und eine Tafel Schokolade mitgebracht.“ — * Der Traum einer Berlinerin. „Kommst du mit, sagte meine Freun din zu mir, „Ja, wohin denn?“ „Wir machen eine Wolkenpartie mit unserem Verein. Ich sagte ja! Am nächsten Mor gen machte ich mich früh auf, um zu dem Wolkenbahnhof zu gelangen. Ein Schreck! Ich hatte ja ganz vergessen, wo sich eigentlich der Wolkenbahnhof befindet. Doch nach langem Suchen fand ich ihn in der Nähe des Bahnhofs Frankfurter Allee. Eben fuhr eine Wolke mit dem ganzen Verein fort. Ich sprang auf eine andere Wolke und fuhr ihm nach. Endlich holte ich sie ein. Wir fuhren eine ganze Weile. Plötzlich zerfloß sie in kleine Wölkchen. Alle Mitfahrer fielen ins Meer, und ich aus dem Bett.“ * Dies ist ein Aufsatz, den eine kleine Siebenjährige schrieb: Die Hexe in London. Mutterle ich möcht ein Butterbrot geh in Keller. Mutterle, da ist eine Hexe die macht Huh. Geht alle Kinder in Keller. Die Hexe macht Huh. Mutterle das ist eine Hexe. Jetzt gehe ich einmal hinunter, ach, das ist ja blos so ein Mehlsack. Die Mutter fragt die Hexe: was essen sie, Menschenfleisch, was trinken sie men- schenblut, was ist ihre Arbeit, Augen aus stechen. Mehlsack.“ 10 97