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Wie kaken »Sie Ik re Frau k eim enge lernt? Von Fritz Zielesck Seit Adam und Eva von dem vielgerühmten Apfel aßen, ist die Welt ein einziger großer Rehlame- hetneb, JTdan verdeutsche sich zu dieser Er~ henntnis nur das TVort Rehlame: TV e r h u n gl „Und Sie, Frau Müller? Wie haben Sie Ihren Gatten kennengelernt?“ — „Ach, das kam ganz zufällig 1 Mein Bruder Max lernte Egon zufällig im Zoologischen Garten kennen. Eines Tages trafen wir zufällig auf dem An halter Bahnhof zusammen. Zufällig lauteten unsere Platzkarten auf dasselbe Abteil. Und dann der größte Zufall: Egons Reiseziel war das gleiche Hotel in der Bastei, wo wir Zimmer bestellt hatten. Es war eine rechte Fügung!“ Herr X. kennt diese „Zufälle“ alle sehr ge nau. Sie liefen an Fäden, die er in Händen hielt. Sie kennen doch Herrn X.? Den be rühmten Heiratsvermittler? Herr X. ist der größte Reklamefachmann auf dem Gebiet der Liebe und alles dessen, was sich so nennt. Wenn man hört, daß sich in seinem Vorzim mer zu Berlin W. täglich bis zu 2 5 Heirats lustigen einfinden, jährlich also nahezu 9000, dann wird es einem der Takt künftig verbieten, die Frage zu stellen: „Wo haben Sie Ihre Frau kennengelernt?“ Allerdings sc.iickt Herr X. den weitaus größten Teil der Hilfesuchenden wieder fort. Er ist ein Men schenfreund. Nur gutes Material wird hier vermählt. Und er kann sich diese Auslese leisten, denn er erhält bei erfolgreicher Tätigkeit zwei Prozent vom Vermögen des beschafften Ehepartners als Provision. Man würde aber fehlgehen, wenn man hieraus auf eine vorwiegend materielle Einstellung seiner Klienten schließen wollte. Tröstet euch, ihr „feingebildeten, aber vermögenslosen“ Mäd chen! Viele, sehr viele Männer legen auf Mit gift gar keinen Wert! Die Listen des Herrn X. enthalten z. B. den Namen eines bekann ten Reichstagsabgeordneten, der es sich in den Kopf gesetzt hat, durchaus ein ganz und gar armes Mädchen glücklich zu machen. Verschlungen und wunderbar sind die Wege der Reklame des Herrn X. Da erscheint eines Tages Fräulein N. Sie „ersehnt Nei gungsehe mit älterem vermögenden Herrn“. Herr X. befragt seine mit Präzisionsitechnik arbeitende Auskunft und sagt Fräulein N. auf den Kopf zu, daß sie seit 20 Jahren Hausdame bei dem Millionär A. ist. Sie