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St&atsmededlle 1888 Kakao Schokolade Pralinen unub e rfpefFli cfh (Staaiämedaille in Gold 1896 sich auf der Heimfahrt umschlungen, saßen bei Tisch aneinandergeschmiegt und gingen vom Morgen bis zum Abend Hand in Hand. Und es kam Ruhe ins Haus, denn Abelone erwies sich als ein höchst vernünftiges und artiges Mädelchen, ganz anders, als wir sie aus den Beschreibungen der Kleinen kannten. Aber nun brodelt es in der Kleinen, ich sehe das und verstehe es. Sie ist glücklich, aber ihre Phantasie ist heimatlos geworden, seit Abelone wirklich gekommen ist. Sie versuchte eines Tages mit „mein Bruder Hans“, als Mutter aber „Quatsch“ sagte, da senkte sie ihr Köpfchen und sagte nachgiebig „Ja!“ Sie tummelt sich jetzt draußen auf dem Grase, während ich schreibe, und sie flüstert leise mit sich selbst. Sie ist mit ihren Ge danken beschäftigt, die Gestalten von Men schen und Tieren annehmen, merkwürdige Pflanzen und abenteuerliche Erlebnisse tau chen auf, alles ist ganz ihre eigene Schöp fung. Es arbeitet in ihr, es wächst, und eines Tages wird es so stark, daß sie damit zu uns kommt. Was wird daraus? Ich weiß es noch nicht, aber sie kann ruhig kommen. Es ist ja unsere Aufgabe, ihr zu helfen, indem wir es entgegennehmen, bis es ihr sanft entgleitet oder eines Tages zu wirklichem Leben ersteht. Sie blickt auf — sie lächelt und zeigt mir geheim, vertraulich, daß sie eine von den Blumen gepflückt habe, die, wie sie ganz gut weiß, Mutter nicht zu pflücken er laubt. Ich sage: „Pst!“ und hebe den Zeige finger, und sie neckt mich später, weil wir uns zu einem kleinen Verbrechen ver schworen haben. Dann kommt Nachbars weißes Kätzchen, die Kleine läuft ihm nach, und bald ist alles vergessen. So ersteht etwas — so versinkt es wieder, doch in ihrem Herzen und Gemüt keimt es weiter zu einer Welt von Phantasie und Wirklichkeit, und eines Tages wird sie ein vollerblühter kleiner Mensch sein. So ergeht es uns Eltern. * (Autorisierte Übersetzung aus dem Dänischen von Henny Bock-Neumann.) 128