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aS eek un ds j agd Phot. Atlantic Lei d en & Eski imos Von h E. Kl emsdimidt „Kabloni! Asin, Asin!“ Ich erwache und fahre in meinem Schlafsack hoch. Ich reibe mir die Augen wach. Wo bin ich? Puh, was für eine dicke, Luft! Man könnte sie schneiden. „Kabloni! Kabloni!“ Es ist die Stimme meiner Eskimowirtin, die mir aus dem gemeinsamen, dicht besetzten Familienbett an der gegenüberliegenden Wand des Igloo zuruft: „Weißer Mann... steh auf... steh auf!“ Sofort kam ich zu mir. Ich war im Lande der Mitternachtssonne, oder, besser aus- gedrückt, im Lande des Mittagsmondes, denn Mutter Sonne war aus ihrem Viermonats schlaf noch nicht erwacht. Und niemals hätte ich die Tageszeit erraten können. Ich bin hergekommen, um Filmaufnahmen zu machen und will die Leute mitnehmen auf meine Tour nach dem eisigen Norden. Wir sind in King-Island, wo Ipnorak wohnt, und bald werden wir die Insel verlassen und uns der allgemeinen Auswanderung an nach dem großen Festland anschließen, sobald der eisige Frost etwas nachläßt... und Veilchen und Vergißmeinnicht zu sprießen, die Vögel zu reisen beginnen. Ja, wahrhaftig, der Sommer kommt auch mal in die arktische Gegend, wenn das Eis von neun Monaten schmilzt. In ein paar Wochen ist es soweit. Dann können wir durch die Beringstraße und an die sibirische Küste ... „Asin, Asin!“ Und unter Gepolter und Gedränge und Gähnen und Stöhnen gibt das Familienbett seine erstaunlich starke Besatzung von eben erwachten Eskimo schläfern her. Es sind Ipnorak, mein Wirt, sein W r eib Seccabruno, die unaufhörlich schwatzt, und ein Haufen von 12 Kindern, von Ivlein-Punnychok, einem Mädelchen von zwei Jahren, bis hinauf zu dem ungebärdigen Ältesten von fast zwanzig, Kitsenna. Sie alle haben sozusagen en famille geschlafen unter dem riesigen Renntierfell auf dem großen Fellager, das flach auf dem Boden errichtet ist. Und alle haben sie im Adamskostüm ge schlafen, ganz nackt, sie kämen sonst vor Hitze um! Mit endlosem Geschnatter geht es 7 «