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und Unterkunft der Besucher wird organi siert, denn — wenn auch der Sternorden aufgelöst wurde — so würde die Sache ohne jegliche Organisation doch schwerlich von statten gehen. Umsonst wird Krishnamurti im Herbst, wenn er in Berlin weilen wird, vor den versammelten Gläubigen und Neu gierigen irgendwo in einem großen Konzert saal sein Märchen wiederholen. Das Mär chen von dem Teufel und seinem Freund, die einmal auf der Straße einen Mann er blickten, der sich bückte, etwas von der Erde aufhob, es ansah und dann in die Tasche steckte. ,,Was mag der Mann da aufgehoben haben" fragte der Freund den Teufel. Und er antwortete ihm: ,,Er hob ein Stück Wahr heit auf.“ — ,,Ein schlechtes Geschäft für dich“, bemerkte der Freund. ,,0 nein, durchaus nicht", entgegnete der Teufel, „ich werde es ihn organisieren lassen.“ Jadunandanan Präs ad, der Hauptorganisator und nadi Krishnamurti die bedeutendste PersönlidiKeit der Sternbewegung 808 Krishna in u r t i, das Haupt der religiösen Sternbewegung So lautet das Märchen, und es wird in dem geschäftigen Berlin keinen Widerhall finden. Diese skeptische Stadt, an die prä ziseste Organisationsarbeit gewöhnt, wird ihm entgegenhalten: Nicht einmal ein Gott kann hier auf die Dauer ohne Organisation leben. Und es wird geschehen, was Krishna murti bereits voraussagt: „Ich löse den Orden auf, doch weiß ich, ihr werdet andere Orden gründen und werdet weiterhin Orga nisationen, die die Wahrheit suchen, ange hören." — Klingt das nicht fast so, wie vor 2000 Jahren ein anderer schwermütiger Ausspruch: „Ich weiß, einer von Euch wird mich verraten . . .?“ Nicht die Wahrheit, sondern der Verrat ist ewig, und auch der Verrat der Jünger Krishnamurtis könnte zum Meilenstein einer neuen Weltreligion werden. ✓