„Die telepathische Kette” Der Experimentator Dr. Tboma erteilt Hanussen auf telepathi- sdicm Wege durch das Medium zweier Personen, die nicht w issen, um was es sich handelt, den Auftrag zur Ausführung einer Handlung Die verblüffendsten Experimente Hanussens bestehen darin, daß er die Geschichte von ihm un bekannten Gegenständen hell- sehend überraschend richtig zu schildern vermag W ie wird man Hellseher? Viele von denen, die über haupt an Hellsehen glau ben — und bekanntlich glauben nicht alle daran —, sind der Meinung, daß das Schicksal dem Be gnadeten die Gabe des Hellsehens in die Wiege legt. Dem ist aber nicht so, vielmehr lehrt die Lebensgeschichte der wissenschaftlich anerkannten Hell sehphänomene, daß fast alle „Hell seher“ erst in späteren Jahren, oft nur durch ein besonderes, in ihr Leben greifendes Ereignis, diese merkwür dige und heute noch unenträtselte Gabe des Hellsehens erlangt haben. Zu den heute im Mittelpunkt des Interesses stehenden hellseherischen Persönlichkeiten gehört vor allem, namentlich seit seinem Prozeß in Leit- meritz, Erik Jan Hanussen, dem nach einer minutiösen Prüfung seiner Leistungen ein skeptisch eingestellter Gerichtshof das sensa tionelle Zeugnis im Urteil ausstellen mußte, daß er über anormale Geistesfähigkeiten verfüge. Ich erinnere mich, daß ich vor etwa zehn Jahren als Gerichtssachverständiger vor dem Bezirksgericht Neubau in Wien ein Gutachten über die meta psychischen Leistungen Hanussens anläßlich eines Prozesses abzugeben hatte. Dabei sah ich mich nach dem Ergebnis der Prüfung wohl zur An erkennung seiner telepathischen Leistungen ver anlaßt, aber auf Grund meiner damals mit ihm angestellten Experimente im Gerichtssaal konnte ich durchaus nicht feststellen, daß Hanussen über die Hellsehfähigkeit verfüge. Durch zähe eigene Weiterentwicklung hat es dieser Mann in der Zwischenzeit zu einer ver blüffenden Vervollkommnung seiner seelischen Leistungen gebracht und sich unter Loslösung von der rein telepathischen Gedankenübertragungs arbeit mehr und mehr zum absoluten Hellseher entwickelt. Die Experimente, die er im Gerichtssaal unter strengster Kontrolle vorführte, hat er nunmehr auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, in dem er bei seinen Experimentalvorträgen, von mir öfters kontrolliert, Beweise absoluten Hellsehens gab, an denen wohl kaum zu rütteln ist. Er nimmt von einer ihm völlig fremden Person einen Gegenstand in die Hände, konzentriert sich sicht lich ungeheuer und sprudelt nach ungefähr einer halben Minute die ganze Geschichte, sozusagen Lebensgeschichte, dieses Gegenstandes dem über raschten Prüfer entgegen. Die Worte überstürzen sich fast, so jagt der von einer unerklärten Emp- 793