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.-'-ii-V- IV. v. Obernits an; zeitweise hatte diese Stimme einen etwas mokanten Unterton, der mit lustigem Blinzeln der Augen begleitet wurde, dann bekam sie wieder eine ernste und warme, fast tröstende Klangfarbe, und dies besonders, als er sich nach meinem Groß vater in Doom erkundigte. Unterdessen waren wir aus der großen Laboratoriumshalle, in der wenigstens 1000 Zeichner und Ingenieure über ihre Zeichentische gebeugt standen oder saßen, vorbei an der sogenannten Cafeteria, dem Selbstbedienungsrestaurant der An gestellten, in das kleine Eßzimmer gelangt, wo Mr. Ford mit den Gewaltigen seiner Riesenorganisation fast täglich zum Mittagessen zusammenkommt. Auch hier wieder Einfachheit, verbunden mit Geschmack. Das Eßzimmer, ein kreis runder, ziemlich kleiner Raum, war mit hellbraunem Nußbaumholz getäfelt und hatte den Charakter einer Bauernstube. In der Mitte stand ein großer runder Tisch mit polierter Tischplatte, aber ohne Tischtuch. Man setzte sich auf einfache, ziemlich harte, schemelartige Holzstühle. Mr. Ford setzte sich an einen beliebigen Platz und nötigte mich auf einen Stuhl an seiner Seite. „Sie müssen mir noch viel über Ihr Vaterland erzählen, von dem ich schon so vieles gehört habe und das ich so gern besuchen möchte.“ Hierbei flocht er verschiedene Wendungen in ausgezeichnetem Deutsch ein. „Sie möchten wohl wissen, woher meine deutschen Kenntnisse stammen“, meinte er. „Unsere Nach barn, die auf der angrenzenden Farm wohnten, waren nämlich deutschen Ur sprungs, ich glaube, sie hießen Wagner, und von denen habe ich mein Deutsch gelernt. Ich bin so froh, daß ich diese schöne Sprache wenigstens teilweise be herrsche, denn in meiner Fabrik arbeiten viele tausende deutschstämmiger Menschen, die teils hier seit Generationen angesiedelt, teils frisch eingewandert sind. Ich zähle sie zu meinen besten Kräften. Deutsche Genauigkeit, Beharrlichkeit und Erfindungsgabe sind eben nur schwer zu schlagen. Ich bin daher auch fest über zeugt, daß Deutschland auf Grund dieser Fähigkeiten sehr bald seinen, ihm ge bührenden Platz unter den großen Völkern der Erde einnehmen wird. Ein solches Volk kann vom Schicksal noch so hart getroffen werden, es wird sich aber immer wieder emporarbeiten.“ 375