'dßä m ?jpja \ » /«f/Z** -« '’ JägSPTl,' Karl Rössing Das Attentat durch ein Vorgesicht beantwortet. Es ist der damalige Hauptmann und Chef der 6. Kompagnie des 3. Garde-Regiments zu Fuß, Garnison Berlin, Guido von Gillhausen. Dieser Hauptmann ist eine künstlerisch begabte Persönlichkeit, vor allem der Musik aufnehmend und ausübend zugeneigt, dabei ein schneidiger Offizier, beliebt in Kameradenkreisen und bei allen Untergebenen. Ich selbst habe Tränen fließen sehen, als einige von diesen Untergebenen mir den Tod Gill hausens erzählten, der am 2. Mai 1918 als Major einer schweren, bei der Frühjahrs offensive empfangenen Verwundung erlag. Gillhausen hat sein Vorgesicht, unmittelbar nachdem es ihm geschah, niedergeschrieben. Diese Niederschrift wurde am 10. Mai 1918 von den Testamentsvollstreckern in seinem Schreibtisch zu Berlin vorgefunden. Das Schreiben trägt noch eine Randbemerkung, aus der hervorgeht, daß es damals schon dem Kronprinzen Vorgelegen hat. Heiße Sorge um die Zukunft des Vaterlandes hatte Gillhausen bewogen, dem Kronprinzen Nachricht zu geben von seinem Vorgesicht. Der Kronprinz hat, das besagt seine Randbemerkung und besagen einige Begleitzeilen, das Schreiben aufmerksam und nicht ohne Erschütterung gelesen, es dann aber dem Verfasser wieder zugestellt. Noch vor dem Tode Gillhausens sickerten in eingeweihten Kreisen Gerüchte über diese „Prophezeiung“ durch. Ich selbst erfuhr schon im Jahre 1917 von ihnen, und zwar durch den Geiger Will Kriege, der damals dem Ersatzbataillon des genannten Garderegiments angehörte, welches Bataülon Gillhausen als Major führte und dessen väterlicher Gönner Gillhausen während des Krieges war. Will Kriege hat später noch die Gillhausensche Niederschrift im Original gesehen — wie viele andere. Berlin SO 26, Mariannenplatz 20, den 3. August 1914. Was ich am 3. August 1914 gegen 2 Uhr nachts sah: Wie wird der Krieg verlaufen? Nicht in kurzer Spanne Zeit. 881