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PHAIDROS: Und für 20 Am phoren dürfte ich dir, wenn anders dieses dein Werkzeug das richtigeMaß anzeigt, den Preis schuldig sein? BENZINO- POMPOS: Nein, o Herr; denn dieses mein Werkzeug scheint seit ge stern Abend be schädigt zu sein, und es dürften wohl mehr als 30 Amphoren in deinen Wagen geflossen sein. PHAIDROS: So will ich denn, o Benzinopom- pe, dir den die sem entspre chenden Preis entrichten. Du aber, o Sokra tes, dürftest nach dem vorhin Gesagten Anlaß zur Freude haben; denn da das automatische Anzeigen in der Seele des Benzinhändlers den Willen zum Betrügen nicht zu lähmen vermochte, so wird es vielleicht auch den Willen zum Nicht-Be- trügen, wenn anders ein solcher vorhanden ist, nicht gänzlich zugrunde richten. SOKRATES: Da hast du recht, beim Zeus, mein Phaidros. Aber der Regen scheint inzwischen wieder stärker geworden zu sein, so daß es nicht ratsam sein dürfte, in der von Dir vorgeschlagenen Weise nach Neapolis oder einem diesem ähnlichen Orte zu begeben. PHAIDROS ? Das ist fürwahr ein dämonisches Mißgeschick, o Sokrates. SOKRATES: Als ein dämonisches nun zwar dürfte es kaum zu bezeichnen sein, da es bei der so beschaffenen Lage unseres Stadtwesens nicht anders er wartet werden konnte. PHAIDROS: So laßt uns denn zu Deinem Hause zurückkehren und in Be zug auf die Seele nicht allzusehr betrübt sein. SOKRATES: Gewiß nicht, Phaidros, dazu sind wir zu ruhig in dieser Gegend I Walther Kampmann 599