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The Weeping Muse. Is Modern Indüstrialism about to deal the Art of Music the saddest blow of its history? — To blame Machinery as an In strument of Decadence may seem startling, but lt is true that Machinery in the form of Canned Music is elbowing Real Music out of motion pic- ture theatres, thus denying to the masses the cul- tural influence of a Fine Art. — Surely, if machine-made music displaces the artist in thou- sands of instances, the incentive for any individual to improve his talent—so necessary in all art—is minimized and music can no longer hold the cul- tural value that it has possessed. Any art is depen- dent for its progress upon the number of its enthusiastic executants.—Do you, Mr. Reader, find the pleasure in Mechanical Music that you do in Real Music? — AMERICANS PAY MORE GENEROUSLY FOR ENTERTAINMENT THAN ANY OTHER RACE ON EARTH. ARE THEY NOT, THEN, ENTITLED TO THE BEST ? — If you believe that Real Music should be saved to the masses who attend Motion Picture Theatres, make your opinion known to the manager of your favorite theatre. Very likely he appreciate your frankness for he wants to please his patrons. THE AMERICAN FEDERATION OF MUSICIANS (Comprising 140,000 Pro fessional musicians in the United States and Canada). (Inserat) Kunst auf dem Lande. Eine bekannte Gesangspädagogin erteilt mit Ernst und Eifer Unterricht in der Provinz, da wo sie am winzigsten ist. Immerhin rauchen Schlote, surren Motoren, und „knitted Underwear“ ist geschätzter Aus fuhr-Artikel, also daß die äußeren Bedingungen es dem Töchterlein erlauben, Ge sangsunterricht zu nehmen. Es hat sich ferner als innere Notwendigkeit ergeben, daß nicht nur Lilly Lehmanns Evangelium gepredigt, sondern auch anderweitige künstlerische Seelsorge zu betreiben ist. Die Gesanglehrerin fragt nach den Kon zerten des Ortes im kommenden Winter und erhält die Antwort: „Es chummt denn ä Giigechratzerli.“ (Geigenkratzerle.) Auf die Frage, wer denn das sei, heißt es: „Stefi Geyer“ (der Liebling des ganzen Landes, inkl. Skandinavien). — Dann kam die Rede darauf, ob sich wohl Kreisler mal in die Nähe zu einem Konzert verirren würde. „Aber zum Kreisler bruuche—n—i nid z’gah, mr händen uf dem Grammophon“, bemerkte mit Bestimmtheit das Töchterchen. Weitere Genüsse stehen am Horizont des Städtchens: „Es diömmed denn au no zwee, die singet en Huuufe chlieni Liedli“ (es kommen dann auch noch zwei, die singen einen Haufen kleine Liedchen). Das ist Felix Löffel von Bern, der mit Dr. Othmar Schoeck am Flügel die Schubertsche „Winterreise“ vorträgt! Der sehr hamburgische, sehr rechnende und sehr fromme Kaufmann C. Sch. trifft nach vielen Jahren einen alten Freund. „Ja, mein guten Molden husen, mit Ihnen kann ich ja mal ein Wort sprechen. Sie kennen ja auch mein Alex und waren viel mit ihm zusammen. Da hat er ja nun geheuratet, und ich will auch nichts gegen sagen, is ja’n netten kleinen Frau. Aber Göld hat sie ja auch man nichts mitgebracht. Für den Haushalt muß ich nu wieder allein auf- kommen. Un nu wünschen sie sich auch noch Kinder. Un jeden Abend betet nu das junge Paar zum lieben Gott, daß er ihnen doch ein Baby schenken möchte — un jeden Abend bet ich gegen an.“ 648