baren Hand von jeder Mitwirkung aus schaltete, verschwindet plötzlich die über den rückwärtigen Tischrand gehaltene Tischglocke. Die rechte Hand des Me diums wird leer Zurückgezogen. Ich zählte laut bis sieben (= 7 Sekunden); plötzlich hört man die Glocke unter dem Tisch auf den Fußboden herunterfallen. Starke Pulsbeschleunigung Stanislawas zeigt die mit dem Versuch verknüpften Anstrengungen. Daß in meiner Wohnung nicht irgendwelche Vorbereitungen ge troffen sein konnten für Taschenspielerei irgendwelcher Art, versteht sich von selbst.“ Dazu sagt Dr. H. Rosenbusch in sei ner kritischen Analyse im sogenannten „Dreimännerbuch“*) mit Recht: „An dieser Feststellung würde ein Taschen spieler seine helle Freude haben.“ Untersucht man an der Hand des Schrenck- schen Berichts den Tatbestand vom Standpunkt der natürlichen Erklärungs möglichkeiten aus, so wären in diesem Falle die beiden Freundinnen als die „Taschenspieler“ anzusehen. Außer Schrenck und dem Dolmetscher ist sonst niemand anwesend. „Wie lassen zwei Taschenspieler einen Gegenstand von einem Tisch verschwinden, ohne daß er zu Boden fällt? Der eine wirft den Gegenstand unter den Tisch, wo ihn der andere mit vorgestreckten Füßen auf fängt. (Dies ist nur eine von mehreren Methoden.) Was brauchen sie dazu? Erstens einen freien Tischrand; zweitens möglichste Bewegungsfreiheit unter dem Tisch; drittens die Überzeugung der Anwesenden, in den Bedingungen des Tricks Bedingungen seiner Kontrolle zu sehen! . . . Genau das, was wir zum Gelingen des Tricks als für die Versuchsperson nötig bezeichneten, schildert Schrenck als seine Kontrollbedingungen: den freien Tischrand, von welchem er betont, daß niemand dort saß (der die Glocke hätte ergreifen können), und die Kontrolle des Mediums seitlich vom Tisch durch Schrencks unter dem Tisch hervorgezogene Beine. Es zeigt sich auch, daß, obwohl Schrenck es nicht erwähnt, vor dem Versuch Besprechungen über seinen Verlauf stattgefunden haben müssen; denn wer wird bei dem plötzlichen, also unvermuteten Verschwinden einer Tischglocke, ohne zu wissen, was kommen wird, laut zu zählen beginnen? Es wird klar, hier findet man die Crux aller mediumis tischen Experimente, daß nicht der Untersucher, sondern das Medium das Experiment bestimmt, geradezu in Reinkultur. Widerspricht etwas im Verlauf des Versuchs der natürlichen Erklärungsmöglichkeit? Wurde etwa . . . die Freundin auf etwaige Mithilfe kontrolliert? Und warum reichen die natürlichen Erklärungsmöglichkeiten nicht *) Dr. v. Gulat-Weflenburg, Graf Klinckowstroem und Dr. H. Rosenbusch, Der physi kalische Mediumismus (Berlin, Verlag Ullstein) S. 270. Andre Masson 474