KATASTROPHENTAG Eine unübersetzbare Geschichte Anstatt dem falschen Verdacht zu begegnen, traf ich gestern nachmittag, als ich nach Hause kam, meine Vor kehrungen. „Ei guten Tag, die Damen“, sagte ich. Ich bewirtete sie mit meinem Mütchen, das ich zuvor im Keller ge kühlt. Sie sprachen ihm so lebhaft zu, daß ich Befürchtungen zu hegen begann. Diese dankten mir meine Sorgfalt durch ein kräftiges Wachstum. Als sich im Nebenzimmer Klagen erhoben, standen auch meine Gäste auf und empfahlen sich — durch ein zuvor kommendes Wesen. Ich finde, sie hätten das auch selber tun können! Ich trieb darauf im Garten, wo ich auf hübschen Rabatten meine Konse quenzen zog, musikalische Studien. Die Racker rissen mir fortwährend aus. Schlimmer noch war, daß mich ein Er satzanspruch verfolgte, von dem ich Abstand genommen hatte. Er schrie un aufhörlich: „Ich will den Abstand zurück!“ Ich gab schließlich Fersengeld, das mein Verfolger sorgfältig nach zählte und in die Tasche schob. Ich aber hatte inzwischen soviel von ihm eingesteckt, daß ich auf meine Kosten gekommen war. Da oben fühlte ich mich geborgen. Ermüdet von sovielen Strapazen, wollte ich mich auf mein Louis-Quinze- Sofa werfen, aber Pech: ich hatte so große Hoffnungen darauf gesetzt, daß für mich kein Platz war. So ging ich in die Speisekammer, um mich an der Ehre zu erlaben, die ich im vorigen Sommer mit meinem letzten Opus ein gelegt hatte: der Kerl hatte alles allein aufgefressen. Da gab ich alle meine Hoffnungen auf, steckte den Gepäck schein in die Westentasche und fuhr in meinen Betrachtungen fort. . . ! E. M. . Das nächste Heft des Querschnitt erscheint am 16. April (Donnerstag)