Tod den Maschinen! „Metropolis“ von Thea von Harbou. Roman*): Metropolis hatte ein Hirn. Me tropolis hatte ein Herz. Das Herz der Maschinen-Stadt Metropolis wohnte in einem weißen, domhaften Saal. Das Herz der Ma schinen-Stadt Metropolis wurde von einem einzigen Mann gehütet. Der Mann hieß Grot, und er liebte seine Maschine. Diese Maschine war ein Univer sum für sich. Ueber den tiefen My sterien ihrer zarten Gelenke stand wie die Sonnenscheibe, — wie der Strahlenschein einer Gottheit — das silbern-sausende Rad, dessen Spei chen im Wirbel der Drehung wie eine einzige, gleißende Scheibe er schienen. Diese Scheibe füllte die Rückwand des Saales mit ihrer ganzen Breite und Höhe aus. Keine Maschine in ganz Metro polis, die nicht von diesem Herzen die Kraft empfing. Ein einziger Hebel regierte dies stählerne Wunder. Alle Schätze der Welt, vor ihm aufgehäuft, hätten Grot diese, seine Maschine nicht auf gewogen. *) Der Erstabdruck des Romans Metropolis“ von Thea von Harbou erschien mit Bildern aus dem Film illustriert im „Illustrierten Blatt“ (Frankfurt am Main), die Buchausgabe erschien bei Scherl. Wie Brigitte Helm entdeckt wurde. Es kommt mir heute alles so vor, als wäre es ein Traum. Ich hatte immer Sehnsucht nach dem Theater und spielte bereits im Johanna-Heim in sämtlichen Schülervorstellungen die Plaupt- rollen. Man sagte mir damals schon — ich war kaum zwölf —, daß ich eine schauspielerische Begabung hätte und unbedingt zum Theater gehen sollte. Und so träumte ich lange Nächte hindurch von Kunst, Ruhm, Popularität.. . Sehn süchtig wartete ich auf den Moment, daß ich endlich einmal in einem „richtigen“ Theater auftreten könnte. Die Wochen, die Monate vergingen, aber dieser Moment kam nicht. Meine Mutter sah meine Verzweiflung und, um mir zu helfen, schrieb sie Fritz Lang einen Brief. Bald erhielten wir die Antwort, Filmman uskript : 263. Bild. Herz-Maschine. Ge samt-Aufnahme: (Das Bild nahezu ausfüllend, das Riesen-Stahlgefüge der Herz-Maschine. Der ganze Koloß gegen die als Scheibe erscheinenden Speichen eines enormen Stahl-Rades stehend. Ein Gewirr von Schalt-Tafeln, Hebel-Svstemen, Skalen, Sicherheits- Ventilen. Die Maschine im gleich mäßigen Regen aller ihrer gewaltigen Glieder arbeitend. Das Rad gleich einer gleißenden Sonnenscheibe hinter ihr. Grot sicher, gelassen, aufmerksam an seiner Maschine beschäftigt. Eine Backe hochgeschwollen vom Priem. 144