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Delikatessen. In einem buddhistischen Kloster in Tibet wird alle 7 Jahre eine ganz besondere Kräutersuppe gekocht; wahrend des Kochens besteigt der älteste Priester des Klosters die Kochwanne und badet eine Stunde lang darin, womit er der Suppe die Weihe gibt. Scharen von Gläubigen wallfahren aus allen Teilen Tibets zu dem Suppenfest, da der Genuß dieses Saftes von allen Sünden reinigt. * Elefantenfleisch schmeckt, gut durchgebraten, wie Beefsteak. Natürlich darf das Tier nicht zu alt sein. Empfehlenswert ist namentlich das Nackenstück des indischen Elefanten. * Das Schwanzstück des Krokodils schmeckt wie Geflügelwild, ohne be sonderen Beigeschmack; jedoch sind nur junge Tiere genießbar. * Affen haben kein gutes Fleisch, aber immer noch besseres als Eichhörnchen. * Etherton zählt folgende chinesischen Delikatessen auf: Getrocknete Ratten, deren Genuß auch den Haarwuchs befördern soll, neugeborene weiße Mäuse, mit Zuckersaft begossen; sie werden wie Austern geschluckt; das Fleisch ge kochter Katzen hat medizinische Vorteile: es vermindert das Fieber; ferner sind uralte in Kalk gelegte Eier in der Mongolei sehr beliebt. Das Moos in der Tundra ist als vorzügliches Gemüse zu empfehlen. * Das Fleisch des Moschusochsen schmeckt nicht nach Moschus, sondern wie gewöhnliches Ochsenfleisch. * Dr. Hornaday, der Direktor des New-Yorker Zoo, hat in seinem Leben unter anderem versuchsweise gegessen: Wasserschwein, Oktopus (ein Seepolyp, schmeckt wie versalzene Pneumatik), verschiedene Affenarten, darunter Brüll affen, Klapperschlange, gehacktes Gürteltier, Pengulin (ein Ameisenfresser), Walfisch, die Schildkröte Matamata (als Irish-stew), Eidechse (sehr empfehlens wert, schmeckt wie junges Geflügel), Krokodil, Elefant und vieles anderes. Draco. Berichtigung. Das im Bücher-Querschnitt, Heft 1 1927, besprochene Werk des Verlags der Philosophischen Akademie, Erlangen, „Der Weltkreis“ ist her ausgegeben von Hans Kauders. Murillo-Utrillo. Wie weit die Achtung vor alter Kunst in das Berliner Publikum eingedrungen ist, zeigt die Entrüstung einer großen Reihe der Be sucher der Utrillo-Ausstellung in der Galerie Flechtheim, die geglaubt hatten, daß es sich hier um eine Murillo-Ausstellung gehandelt habe und die empört das Lokal ver- und sich das Eintrittsgeld zurückgeben ließen. 154