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Aus den Liedern des ,,Hof”-Sängers Beier Dirne Als Dirne bin ich großgezogen, Mein Vater war ein alter Dieb, Als Kind verkommen und verdorben Mich Mutter auf die Straße trieb. Ich kannte keine Elternliebe, Nie hörte ich ein freundlich Wort, Bracht’ ich kein Geld, bekam ich Hiebe, In Sturm und Regen lief ich fort. Doch kam der Frühling in das Land, So rief ich müd’ und abgespannt: Ia, wieder werden die Bäume grün, Und wieder wird es Mai, Und wieder werden die Blumen bliih’n, Doch mein Glück, mein Glück ist vorbei. An Deinem Herzen Noch einmal möcht’ ich Dir sagen, Wie ich unendlich lieb Dich hab, Wie oft in unsren Jugendtagen Ich Deine Liebe fest umgab, Mit Morgenrot möcht ich umsäumen Die Liebe in Deines Herzens Raum, An Deinem Herzen laß mich träumen, O, gönne mir den Frühlingstraum! Einst lernte einen Mann ich kennen, Er schwor mir treue Lieb und Hand, Noch fühle ich die Wunde brennen, Als er sich höhnisch abgewandt. Er wußte nichts von meinem Leben, Auf einmal, da erfuhr er’s doch, Er rief mir ,,Dirne!" noch entgegen, Vor Angst ich in die Ecke kroch, Er warf mir Geld noch in den Schoß, „Hier, Dirne", rief er und ging los. la, wieder werden die Bäume grün, Und wieder wird es Mai, Und wieder werden die Blumen blüh’n, Doch mein Glück, mein Glück ist vorbei, laß mich träumen Ich weil’ so gern vor Deiner Hütte, Im lichten Abendsonnenschein, Bring’ Dir aus finstrer Waldesmitte Zum laubumkränzten Fensterlein, Sieh, diesen Strauß von Fliederbäumen, Ich pflückt’ ihn Dir in luft’gem Raum. An Deinem Herzen laß mich träumen, O, gönne mir den Frühlingstraum! Regensburger Kunstkritik. „Regensburger Liederkranz und Damengesang verein ..Mit viel ehrlicher Begeisterung, gesund und durchaus lebensfähig, musiziert dieses gewissermaßen musivisch-josefinische Ehepaar. Wir haben es hier eben mit einem zentripotalen Musikbetrieb unter der impulsiven Führer persönlichkeit R. L. . . .’s zu tun.“ „Frau Ph . . . K . . . sang . . . Wie eine Zauberin beschwor die Künst lerin das düstere Bild des Chaos. Was gab sie diesmal für ängstlich klagende Laute! Welch mild-ernste Töne! Vor allem, welch farbenreich, seltsam schil lernde Lichter aus phantastischer Höhe!“ „Die Frauenhalbchöre: Die Töne sprudelten silberklar aus den Kehlen der 16 Charitinnen. Diesmal blieben sie auf dem ebenen Grunde der detonierten Tonregionen.“ „Die Ganzfrauenchöre: Aus dem warmen Gold ihrer Töne . . . ward dies mal bisweilen ein künstlich forcierter Flitterstaat.“ Der Pianist N. N.: „Seine Brahms-„Gerüchte“ dufteten auch für Fein schmecker nach Nektar und Ambrosia.“ . . . „Unser trunkenes Auge starrt vor den einäugigen Virtuosen hin.“ Alois Biihler. Regensburger Neueste Nachrichten. 150