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DAS PLAKAT 147 VEREINSNACHRICHTEN Unsere Zeitschrift präsentiert sich heute, wie die meisten unserer Leser sofort gemerkt haben werden, in verbesserter Ausstattung. Da manche Einzelheit der bisherigen Herstellungsweise den ver wöhnten Ansprüchen unserer Leser nicht mehr genügte, so haben wir uns entschlossen, die Klischees sowie den Druck besonders leistungsfähigen Anstalten anzuvertrauen und ein neues, ungleich besseres Papier zu verwenden, sowie vom Maschinensatz zum Handsatz zurückzukehren. Vor allem aber haben wir mit der Druck type gewechselt und sind endlich zu der von uns schon lange be vorzugten, von unserem Ehrenmitglied Lucian Bernhard entworfenen Bernhard-Antiqua der Schriftgiesserei Flinsch übergegangen. Hoffentlich wird das veränderte Satzbild unsern Lesern die Freude an der Zeitschrift erhöhen und ihr neue Freunde zuführen. Unsere Mitgliederzahl wächst weiter in erfreulichem Maasse und wird bei Erscheinen dieses Heftes 1000 beinahe erreicht haben, wobei wir mit Stolz hervorheben können, dass das alles wirklich zahlende Mitglieder sind und nicht, wie in so vielen Vereinen, solche, die seit Jahren in den Listen weitergeführt werden, aber längst keinen Beitrag mehr entrichten. Vereinssitzungen fanden im Jahre 1913, ausser der schon ge meldeten Hauptversammlung, nicht statt. Dagegen hatte der Vorstand am 11. April eine mehrstündige Beratung, zur Vorbereitung der grossen Sitzung, über die nachstehend berichtet wird. Am Sonntag, den 20. April, fand eine Veranstaltung statt, die in der nunmehr achtjährigen Geschichte des Vereins die erste dieser Art war, von der wir aber hoffen, dass sie für seine künftige Ent wicklung von einschneidender Bedeutung sein wird: Der Verein hat dreizehn auswärtige Mitglieder, davon drei Ausländer, nach Berlin eingeladen, um mit ihnen die schon vor einem Jahre satzungs- gemäss zugelassene Schaffung von Ortsgruppen gründlich durch zusprechen und ernsthaft in die Wege zu leiten. Wie unsere Mitglieder wissen, besteht eine Ortsgruppe München schon seit einem Jahr. Eine weitere, in Erlangen zusammen getretene, hatte sich bald wieder aufgelöst, da ihr rühriger Gründer, Herr Scholl, nach Hannover gezogen war, wo er sein Werk sofort in der erfolgreichsten Weise fortsetzte und die Ortsgruppe Hannover ins Leben gerufen hatte, die, mit 14 Mitgliedern gegründet, heute deren 43 zählt! — Aber alle weiteren Vorstösse der Vereinsleitung in dieser Richtung, insbesondere die unseres Ausschussmitgliedes, Herrn Blei st ein, der denVerkehr mit den Ortsgruppen zu seinem besonderen Arbeitsfeld gemacht hatte, waren ohne greifbare Erfolge geblieben, da immer wieder gewisse grundsätzliche Fragen Antwort heischten, ohne die den hierzu geeigneten Persönlichkeiten trotz ihres unzweifelhaften Interesses die Richtschnur zu weiteren Unter nehmungen fehlten. Auch die sehr ernsthaft geführten Verhand lungen mit Amerikanern, Schweizern, Österreich und Ungarn waren nicht über gewisse vorbereitende Schritte hinausgekommen, sodass der Vorstand den Zeitpunkt gekommen glaubte, die Angelegenheit durch persönliche Fühlung und Aussprache zum Abschluss bringen zu können. — Um es vorweg zu nehmen: diese Absicht erscheint heute im vollsten Maasse geglückt. Das Ergebnis unserer Be ratungen ist eine gesunde Klärung der Ansichten über die Ziele und Gründungen und die dabei zu beobachtenden Gesichtspunkte, sowie ein erneuter persönlicher Anstoss zu tatkräftiger Verfolgung der gestellten Aufgaben. An der Sitzung, die im Hotel Cumberland l Boarding Palast) statf- fand, nahm der gesamte Vorstand und Ausschuss teil, also die Herren Dr. Sachs, Baumeister Meyer, Bleistein, Dr. Heiman, Joseph, Klinger, Richter und Dr. Zeitlin. Von auswärtigen Mitgliedern waren unserer Einladung gefolgt: Rechtsanwalt Levinger aus München, Fräulein Koken und Herr Scholl aus Hannover, Burkhard Mangold aus Basel, Tenger aus Wien, Lorenz aus Budapest, Rechtsanwalt Dr. Abitz-Schultze aus Düsseldorf, Bermann aus Dresden, Beyer aus Leipzig, Kracik aus Frank furt am Main, Lessenthin aus Breslau, Singer aus Hamburg und Dr. Steindamm aus Bremen. Die Sitzung begann um V211 und dauerte zunächst bis 1 22 Uhr, wurde dann bis um 1 25 unterbrochen und fand gegen V27 Uhr ihr Ende. Zunächst gab der Vorsitzende Dr. Sachs nach der Begrüssung der Gäste und Darlegung der Zwecke der heutigen Zusammenkunft eine Übersicht über die zahlenmässige Verteilung der Mitglieder, die augen blicklich 920 zählten. Danach besass der Verein in Deutschland 660, im Ausland 260 Mitglieder, und zwar in Gross-Berlin 222, in München 44, in Hannover 43, in Hamburg - Altona 27, in Leipzig 25, in Frank furt am Main 24, in Dresden 23, in Breslau 15, in Cöln 14, in Bremen 13, in Stuttgart 12, in Nürnberg 10 und an anderen Orten überall weniger als 10, während die gesamten Rheinlande 42 Mit glieder aufweisen. Das Ausland zählt in den Vereinigten Staaten von Amerika 77 Mitglieder, davon 52 in New-York, in Österreich- Ungarn 66, davon 28 in Budapest und 25 in Wien, in der Schweiz 66, davon 22 in Zürich, 17 in Basel, in Russland 18, in anderen Ländern_ überall weniger als 10, davon in Japan und Chile je 2 und in Ägypten 1 1 Herr Baumeister Meyer berichtete sodann über die satzungsmässige Bedeutung der Versammlung, die in dieser Form nicht vorgesehen sei und daher bindende Beschlüsse nicht fassen könne, da ausser den Herren des Vorstandes und Ausschusses nur die Vertreter der schon bestehenden Ortsgruppen, also Münchens und Hannovers, stimmberechtigt seien. Auf seinen Antrag wurde beschlossen, die Mehrheitsbeschlüsse der sämtlichen Anwesenden als informatorische Unterlage für die weiteren Beratungen der stimmberechtigten Körper schaften zu betrachten. Hierauf legte Herr Bleistein als Berichterstatter die Fragen dar, die das ganze zur Beratung stehende Gebiet in sich schlossen: Es ist zunächst klarzustellen, ob, wie ursprünglich geplant, Ortsgruppen nur in Städten mit genügender Mitgliederzahl zu gründen sind, oder ob ganz Deutschland und weiterhin der ganze Erdball in Orts- oder Ländergruppen aufzuteilen ist, die für die Zukunft nach Bedarf weiter gespalten werden. Sodann ist zu entscheiden, ob der Zentral vorstand weiterhin das Interesse an der Persönlichkeit eines jeden Mitgliedes behält oder ob es genügt, wenn die Ortsgruppe die Zahl ihrer Mitglieder angibt, womit ihr ohne weiteres auch die Aufgabe der Beitragseinziehung, vielleicht auch die der Zustellung der Zeitschrift zufiele. Drittens bleibt zu erwägen, ob die Zugehörig- ,DAS PLAKAT" wird von Dr. Hans Sachs, Berlin-Nikolassee, im Aufträge des Vereins der Plakatfreunde herausgegeben. Der Jahresbeitrag des Vereins der Plakatfreunde beträgt einschliesslich der kostenlosen Zustellung der sechsmal im Jahre erscheinenden Zeitschrift 15 Mark jährlich und ist für das am 1. Januar beginnende Geschäftsjahr im voraus zu zahlen. Die im Laufe des Jahres eintretenden Mitglieder erhallen die bereits erschienenen Hefte des laufenden Jahrganges der Zeit schrift nachgeliefert. Zur Anmeldung der Mitgliedschaft genügt mündliche oder schriftliche Erklärung bei der Geschäftsstelle des Vereins Berlin W 15, Meinekestrasse 7. (Fernsprecher Nebenanschluss Steinplatz 9861.) Mitteilungen des Vereins der Plakatfreunde Nichtmilglieder können »Das Plakat" direkt vom Verlage Max Schildberger (Inh. Arthur Schlesinger), Berlin W 62, zum Preise von 20 Mark jährlich oder 3,50 Mark für das einzelne Heft beziehen. Die lnseratenannahme erfolgt ebenfalls durch diesen Verlag. Alle Korrespondenzen sind nur mit der Adresse: Verein der Plakatfreunde, Berlin W 15, Meinekestrasse 7, zu versehen, d. h. ohne Bezeichnung eines bestimmten Empfängers. Alle Zahlungen sind ausschliesslich an unsern Kassenführer, Herrn Reg.-Baumeister Hans Meyer, Berlin W 15, Sächsische Strasse 2 oder auf dessen Postscheckkonto Nr. 5910, Berlin NW 7, zu bewirken. Papier: Phoenix-Kunstdruck von Edmund Obst & Co., Berlin SW 68, Alexandrlnenstrasse 1S4 DruckausfQhrung: Kuno Bergmann Kunstdruck, Berlin SW 68, Kochstrasse 5