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114 DAS PLAKAT PROEKJAEGER/ k WOLLUNTEE? Vkleidung BENCER /ÖMNE fTUTVC ART Ludwig Hohlwein Abb. 2l Plakat Abb. 2 t Druck: Graphia, G. m. b. H., München Geschäftsstadt wären eine geruhige Gilde, die längst weiss, dass ihr Gewerbe mit Kunst nichts zu schaffen hat, da sie ja dem Kapital dienen, allwelche Faktoren nur den Anfangsbuchstaben gemein haben. Aber . . . Aber statt dessen sehen wir einen lärmenden Hühner hof missgünstiger Krakehler, voll Konkurrenzgekakels. Obersatz: hier wird geschwindelt. Es wird vor getäuscht, man mache „Kunst", man verschönere das äussere Leben auf angenehme und geschmackvolle Art. Schwindel - man will Geld verdienen. Es wird vor getäuscht, man habe eine Hebung der Berliner Kultur im Auge, wolle Geschmacklosigkeiten ausrotten, die armen Blinden an der sicheren Künstlerhand geleiten. Schwindel — man will Geld verdienen. Warum sagt man das nicht? — Ist es eine Schande? — Die Herren fühlen: dass sie Geld verdienen, gewiss nicht, — wie sie es tun, — allerdings. Fakten: Die Karikaturisten veranstalteten einen Ball. Aber nicht so einen, wie es Künstler wohl zu tun pflegen: voller Laune, die auf nichts Rücksicht nimmt, als auf den guten Geschmack, wirbelnd, tobend . . . nein, so nicht. Sondern fein — was der Berliner so fein nennt, K.-K. Wenn hier die Fanfare geblasen und so ein respektvolles Schweigen unterbrochen wird, so geschieht das, um die Begriffe „Kunst" und „Geschäft" scharf zu trennen, nicht aber handelt es sich um die Einzelnen. Die Redaktion war für Andante, ich für Presto, — so entstand ein munteres Allegro. Dem Schriftleiter habe ich zu danken, weil er es für zweckmässig hielt, ein Tempo nicht zu zügeln, das ihm noch immer zu geschwind erschien; so wie er gewiss auch Angegriffene zuWorte kommen lassen wird. ,im1 ' 1 icht etwa: Karikaturisten-Klub. Sondern: = Konfektions-Kommis. — Denn was hier in Berlin jetzt vorgeht, ist ^ dies: das Niveau ist erfreulich gleichmässig. — Illlll! i i l lllllllllllll Bernhard und Klinger haben eine Tradition geschaffen, auf deren breiten Bahnen jeder einigermassen intelligente Kunstschüler behaglich einherwandelt, das Interesse für Plakate ist noch immer nicht erloschen, der Bedarf wächst, und so finden alle, was sie brauchen. Man müsste also denken, die Plakatmaler dieser grossen l? Ludwig Hohlwein Abb 25 Drude: Graphia, G. m. b. H., München Plakat