106 DAS PLAKAT iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiii Irrfahrten im Jahre 1906 in München landete und sich zum ersten Mal der Ausübung graphischer Kunst zuwandte. Leicht, weil, aus keiner Tradition herausgewachsen, auf keiner Schule fussend, seine ersten Arbeiten neu und ver blüffend waren und sich dadurch die Gunst der auf Neu heiten stets bedachten Geschäftswelt im Fluge eroberten. Schwer, weil gerade die konservativen Elemente der alten Isarstadt kopfschüttelnd den jungen hergelaufenen Wies badener ablehnten und sein Auftreten mit der Forcierung eines alteingesessenen traditionsreichen Schemas, das die Stucks, die Dasios, die Kaulbachs pflegten, beantworteten. Aber schon mit den beiden ersten Blättern, den Hirschen für die I. bayrische Geweihausstellung und die Ausstellung für Jagd- und Schiesswesen — an feudalen Stumpfsinn, nüchterne Kunstlosigkeit mahnt sonst die Erwähnung dieser Veranstaltungen — in denen bereits ein Fertiger, Reifer vor uns stand, schlug Hohlwein durch. Und seine Ent wicklung blieb von dort an auf treuem, gleichmässigem Pfade. Hermann i Stfierrenif Breechesmaher. | SporHng=Iailor München 1 Neuliausersfr.32 ■ LVDWIGX IH°HLWEIH Ludwig Hohlwein Abb. 6 Plakat Druck: Vereinigte Druckereien und Kunstanstalten G.m.b.H., München DEUTSCHES Utheater PB Restaurant |lS ersten Ranges Hl Spaten:Bier | Eigene Wein= rl* Kellerei ■ Ludwig Hohlwein Abb. 7 Plakat Drude Vereinigte Druckereien und Kunstanstalten G.m.b.H., München Hohlwein ist im Jahre 1674 in Wiesbaden in gut bürger lichem Milieu geboren, heute also fast 40 Jahre alt. Nach einigen nutzlosen Lehrjahren, die eher hemmend als fördernd auf die Entwicklung seines Talentes einwirkten, fand er in München in Thiersch einen verständnisvollen Förderer seiner Begabung. Wer weiss, was aus ihm geworden wäre, wenn er, einer alten Neigung folgend, zum Forstfach gegangen wäre, einer Neigung, die er bis heute emsig pflegt, und der wir nicht wenige seiner besten Arbeiten zu verdanken haben. Auf Wunsch des Vaters wurde er indessen Architekt, und als solcher hat er von Anfang an dem Innenausbau und dessen künst lerischen Ausdrucksmitteln sein Hauptaugenmerk zu gewendet. Nachdem er in seiner Vaterstadt Wiesbaden des Kaisers Rock getragen, begab er sich auf die Wanderschaft. Leicht Anregungen zugänglich, wie er sie in Paris und London