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<•* -“i i I i i'i $ I Klingspor=Kalender für das Jahr 1931. Verlag Gebr. Klingspor, Offenbach. Dieser prächtige Ka* lender ist als Buch so schön, daß er an keine Aktualität gebunden ist. Man wird ihn in zehn Jahren mit demselben Vergnügen betrachten wie heute. Da sind die Monatsbilder und Vignetten von Willi Harwerth: Metallschnitte von naiver Liebenswürdigkeit und Ursprünglichkeit, die zu der neuen Wallauschrift (von Rudolf Koch) des Kalendariums großartig passen. Eine Auswahl von Sprüchen Goethes, Schillers, Lessings, Hebbels und des Cherubimischen Wandersmannes zieht sich durch das entzückende Büchlein und be* schließt es. Silhouetten und Verse. Verlag Gebr. Klingspor, Offenbach a. M. Die Silhouetten und Verse sind alten Stammbüchern entnommen, das sieht man auf den ersten Blick. Solche Schattenbilder und solche Umrahmungen macht man heute nicht. Es steckt überall etwas Spielerisches und Privates drin und das verleiht dem Schmuck gerade den intimen Reiz. Denselben gemütlichen, etwas welken Duft atmen die Verse: O wie vergnügt ist der, der seinen Morgen braucht, Der früh beim guten Buch sein Pfeifchen Knaster raucht, Der Kaffee nachmittags und Tee des Morgens trinkt, Und früh sein Mädchen siehl, noch eh’ es sich geschminkt Die letzte Zeile ist sogar schon wieder zeitgemäß. Das Büchlein ist auch technisch interessant. Die farbigen Netzätzungen sind mit Wasserfarben auf Naturpapier gedruckt. Man sehe sich die Ab* bildungen an. Es ist nichts daran auszusetzen. Der tiefmatte, glanzlose Druck gibt das Charakteristik sehe alter Stammbücher aufs glücklichste wieder. Ttt. Sch. Prospekt der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker,München.X3ber Aufgaben der Meister* schule, Lehrplan, Aufnahmebedingungen usw. klärt dieser vornehm und musterhaft einfach aus* gestattete Prospekt auf. Interessenten sei mitgeteilt, daß der Prospekt kostenlos gegen Portovergütung durch das Sekretariat der Schule, München, Pranck* straße 2, bezogen werden kann. Ttt. Sch. Für ihren sommer auf dem wasser . . . für ihre freude am strand . . . Verlag: Grumach, Berlin. Bunt und lustig ist diese Werbeschrift und den Spieltrieb der Menschen geschickt benützend, um für Bade*, Sport* und Wasserbekleidung Propa* ganda zu machen. Auch der Text ist sehr amü* sant. Außer der Signierung »Page« auf der reiz* vollen und originellen Umschlagzeichnung erfährt man leider nichts über die Urheber dieser nicht gewöhnlichen Drucksache. Schrift und Schreiben. 2.Jahr gang. Heft 5. Verlag F. Soennecken, Bonn. Studienrat G. Tischer be* schäftigt das Problem, mit der breiten Feder nicht nur Schrift, sondern auch zu der Schrift passende Illustrationen zu schaffen. Wie er’s meint, zeigt er an den Beispielen, die seinen interessanten Aufsatz »Die Breitfeder in Schrift und Zeichnung« illu* strieren. Selbstverständlich darf man sich unter diesen mit der breiten Feder hergestellten Zeich* nungen keine naturalistischen Illustrationen vor* stellen, sondern muß mehr an die Wirkung primitiver Holzschnitte denken. Auch an die Buch* kunsttendenzen 'Valter Cranes fühlt man sich erinnert. Über »Schrift und Schreiben in den UdSSR« berichtet Dr. O. Fleroff. Wie kompliziert die Schriftfrage in den UdSSR ist, kann man sich vorstellen, wenn man erfährt, daß die 144Millionen Menschen, die 1926 Großrußland bewohnten, aus 185 Völkern bestanden, die 145 Sprachen sprachen. Auch die übrigen Beiträge, worauf aus Raummangel hier nicht näher eingegangen werden kann, sind besonders für Lehrer und Erzieher (für die diese Zeitschrift ja wohl in der Hauptsache gedacht ist) überaus anregend und fesselnd. Scherls Einzelreisen. Verlag: Scherls Reisebüro, Berlin. In prachtvoller Übersichtlichkeit sind die einzelnen Reiserouten geordnet. Typographisch ist das Buch ein Meisterwerk. Preis 50 Pfg. Blätter für Buchgestaltung und Buchpflege. Herausgegeben vom Bund Meister der Einband= kunst, Leipzig. Hier melden sich die Meister der Einbandkunst zum Wort und werben für den Handeinband. Die Gelegenheit ist günstig, denn das broschierte Buch findet jetzt bei Schriftstellern und Verlegern begeisterte Fürsprecher, weil sich herausgestellt hat, daß das deutsche Buch zu teuer ist. Wem ein Buch besonders ans Herz gewachsen ist _ so sagen die Lobredner der Broschur —, der soll sich vom Buchbinder einen Handeinband her* stellen lassen. Kulturhistorisch bemerkenswert ist in der vorliegenden Nummer die lateinisch und deutsch wiedergegebene »Akademische Pro* grammschrift über die Einführung von buchtech* nischen Vorlesungen, den akademischen Bürgern der Hochschule in Rauchfeld vorgelegt von Me* lissus«(1707), worin der protestantische Glaubens* Streiter Christian IV. von Dänemark als »halb* heidnischer König« verunglimpft, aber als Freund und Förderer des Handwerks gepriesen wird. Druck und Ausstattung des Heftes, wie man es nicht anders erwarten kann: einfach und edel. Ttt. Sch 76