II.11

Die feierliche Prozession der Heiden

Wie eine christliche Prozession stellte sich der anonyme Maler dieser Handschrift die Riten der „Heiden“ zur Verehrung ihrer Götter vor. Auch ihre langen Kutten erinnern an liturgische Gewänder der christlichen Kirche.
Da die „Heiden“ im christlichen Weltbild stets der Vielgötterei anhingen, werden der Prozession drei Götterstatuen voran getragen. Die Dreizahl könnte auf die weit verbreitete Vorstellung verweisen, dass die „Heiden“ statt des Dreieinigen Gottes drei Götter anbeteten.

II.11
Vitaspatrum, Handschrift aus Süddeutschland, 1477

Kolorierte Federzeichnung auf Papier
Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. germ. 90, fol. 100r