Papier & Buchdruck. Neuerungen der Buchherstellung im Spätmittelalter

Während des gesamten Mittelalters wurden Bücher mit der Hand geschrieben und vervielfältigt. Als Beschreibstoff wählte man zumeist das kostbare Pergament, das aus Tierhäuten gewonnen wurde.
Diese lang gepflegte Buchkultur erlebte im Spätmittelalter zwei weitreichende Veränderungen: Ab dem 14. Jahrhundert setzte sich das zuvor unbekannte Papier in deutschen Landen durch. Am Ende des 15. Jahrhunderts waren schon 85 Prozent aller Bücher auf Papier geschrieben.
Um 1450 erfand der Mainzer Johannes Gutenberg den Buchdruck, der den Buchmarkt revolutionierte. Gutenbergs bewegliche Lettern ermöglichten erstmals den massenhaften Druck von Büchern zu günstigen Preisen. Zuerst ging es ihm allerdings gar nicht um eine einfache Massenvervielfältigung, er wollte vielmehr mit seinen Erfindungen den Herstellungsprozess der Handschriften vervollkommnen.

 

Vorschau der Exponate

III.1 Holzschnitt aus dem „Ständebuch“ von Jost Amman und Hans Sachs, zuerst gedruckt  

1568 Nachdrucke aus der Papiermanufaktur von Johannes Follmer
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III.2 Francesco M. Grapaldo: De partibus aedium, Ausgabe von Johannes Prüss, Straßburg 1508
UB Heidelberg, C 5274 A RES, Bl. 103a
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III.3 Stadtansicht von Mainz in der Schedelschen Weltchronik, 1493 (siehe Exponat II.1)
UB Heidelberg, B 1554 B fol. INC, Bl. 39b (Reproduktion)
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III. 4 Gebetbuch von Jakob Faber für Kurfürst August von Sachsen, Leipzig 1556
UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 457, Bl. 1r
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III.5 Carrot Paper / Papier aus Karotte
Fred Siegenthaler: Strange Papers. A collection of the world‘s rarest handmade papers, Muttenz 1987, Nr. 33.1
UB Heidelberg, 91 G 47 KDR
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III.6 a) Colored Gampi and Kozo Paper / Papier aus gefärbten Papiermaulbeerbaum- und Seidelbastfasern. Fred Siegenthaler: Strange Papers. A collection of the world‘s rarest handmade papers, Muttenz 1987, Nr. 9.1
UB Heidelberg, 91 G 47 KDR
b) getrockneter Maulbeerbaumbast
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III.7 a) Holzschliff. Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
b) Hackschnitzel. Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
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III.8 a) Leinenpflanze / Flachs.
Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
b) Leinenlumpen. Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
c) Flax Tow Paper / Papier aus Flachsseil. Fred Siegenthaler: Strange Papers. A collection of the world‘s rarest handmade papers, Muttenz 1987, Nr. 34.2 UB Heidelberg, 91 G 47 KDR
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III.9 a) Hanfpflanze. Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
b) Hemp Paper from old Firebrigade Hoses / Hanfpapier aus alten Feuerwehrschläuchen. Fred Siegenthaler: Strange Papers. A collection of the world‘s rarest handmade papers, Muttenz 1987, Nr. 40.1
UB Heidelberg, 91 G 47 KDR
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III.10 a) Baumwolle. Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
b) Cotton Plant Paper / Papier aus frischer Baumwolle
Fred Siegenthaler: Strange Papers. A collection of the world‘s rarest handmade papers, Muttenz 1987, Nr. 19.3
UB Heidelberg, 91 G 47 KDR
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III.11 Brief auf Papier, Ägypten, 11. Jahrhundert
Papyrussammlung der Universität Heidelberg, Hebr. 28/Arab. 27
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III.12 Urkunde auf Papier, 14. Jahrhundert
Papyrussammlung der Universität Heidelberg, Kopt. 673
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III.13 a) Achatstein
UB Heidelberg
b) Unbearbeitetes und geglättetes Papier aus der Werkstatt eines modernen Handpapiermachers
Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
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III.14 Papiercodex. Juristisches Werk des Schiiten Ibn Muṭahhar al-Ḥillī (st. 1326), Qawāʿid al-aḥkām fī maʿrifat al-ḥalāl wa-l-ḥarām, Kopie von 1552, vermutlich islamischer Osten (Iran/Irak)
UB Heidelberg, Cod. Heid. Orient. 251
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III.15 Modell eines Wasserrades
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.16 a) Schweineohren und Schafsfüße
Privatbesitz
b) Pergamentreste
Privatbesitz
c) Leimgranulat
Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
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III.17 Textiles Schwemmsieb (moderne Nachbildung)
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.18 Ochsenkopfwasserzeichen aus Draht geformt
Johannes Follmer – Museum Papiermühle Homburg
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III.19 Fünf Originalkarteikarten aus der Wasserzeichenkartei Gerhard Piccard
Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 340 PO
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III.20 Holzschnitt aus dem „Ständebuch“ von Jost Amman und Hans Sachs, zuerst gedruckt 1568
Nachdruck aus der Papiermanufaktur von Johannes Follmer
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III.21 Handgießinstrument, Gießlöffel, Rohmaterial (moderne Nachbildungen)
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.22 Patrize, Matrize und Letter (moderne Nachbildungen)
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.23 Spielkarten-Drucke, Makulatur, 16. Jahrhundert
UB Heidelberg, EBD 28
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III.24 Druckstock zur Fertigung von Spielkarten, 18. Jahrhundert
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.25 Modell einer Druckerpresse aus Massivholz (12x16x18 cm),
Museumsshop des Gutenberg Museums Mainz / Skriptoriumskiste des Historischen Seminars, Universität Heidelberg
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III.26 Druckerballen (moderne Nachbildung)
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.27 Winkelhaken, Lettern (moderne Nachbildungen)
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.28 Druckstock und Abzug auf Papier;
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck; Text aus Sebastian Brant, Narrenschiff, 48. Kapitel, Eyn gesellen schiff, zuerst gedruckt 1494
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III.29 Bernhard von Breydenbach: Peregrinatio in terram sanctam, deutsch. Die heiligen reysen gein Jherusalem zu dem heiligen grab, [Speyer: Peter Drach d. M., nach 1502]
UB Heidelberg, A 225 qt. INC
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III.30 Breviarium Spirense, P. 1-2, [Speyer]: Peter Drach d. Ä., 21. November 1478
UB Heidelberg, Q 8505-30 oct. INC.
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III.31 Holzschnitt aus dem „Ständebuch“ von Jost Amman und Hans Sachs, zuerst gedruckt 1568
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III.32 Modell eines Buches in den verschiedenen Stadien des Einbindens
Basler Papiermühle – Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck
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III.33 a) Linienfilete
UB Heidelberg
b) Filete mit floralem Muster
UB Heidelberg
c) Prägestempel
UB Heidelberg
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III.34 Museum Papiermühle Homburg
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III.35 Basler Papiermühle
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III.36 Papyrussammlung am Institut für Papyrologie der Universität Heidelberg
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III.37 Sonderforschungsbereich 933 „Materiale Textkulturen“
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III.38 Sonderforschungsbereich 933 „MATERIALE TEXTKULTUREN“
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Papier & Buchdruck. Neuerungen der Buchherstellung im Spätmittelalter