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Zigaretten werben für Tapeten

Die Zigarette wurde zum Accessoire und damit zum Teil eines Stils, der eine gesellschaftlich distinguierende Funktion ausübte. Personen, die diesem Stil folgten, waren Angehörige einer Gruppe, definiert durch einen bestimmten Lifestyle. Durch das Zigarettenrauchen sollte unter anderem die Gruppenzugehörigkeit deutlich exponiert und vorgeführt werden. Der neue Lifestyle und die Dazugehörigkeit zu dieser modernen Lebensart musste nach außen durch bestimmte gesellschaftliche Praktiken als auch durch Mode und Stil sichtbar gemacht werden. Dabei stellte die Zigarette ein wichtiges Accessoire dar, das vom modernen, urbanen Lebensstil zeugen sollte. 

Das Image des Zigaretterauchens als neuer erstrebenswerter Lebensstil und Sinnbild der Moderne bzw. Ausdruck einer urbanen, mondänen und avantgardistischen Lebensart wurde auch zum Bewerben anderer Produkte genutzt (auch bei Artikel, welche keinerlei Bezug zur Zigarette hatten). Etwa kamen Zigaretten bei der hier dargestellten Tapetenwerbungen zum Einsatz (Abb. 10). Dabei wird zwar nicht direkt auf die Zigarette verwiesen. Die dargestellte Frau aber, die stereotypisch das Bild der modernen, modischen und fortgeschrittenen Frau ihrer Zeit repräsentieren soll, wird rauchend vor die Tapete gesetzt. Die Tapete als das zu bewerbende Produkt gerät in den Hintergrund, wohingegen die Nebensächlichkeit, die Zigarette, in den Vordergrund bzw. mittig platziert und die Tapete optisch durchschneidet. Rauchen, Eleganz und eine schöne, geschmackvolle Tapete werden miteinander in Beziehung gesetzt und es wird eine Art gegenseitige Bedingung suggeriert. Absurd eigentlich, bedenkt man die Tatsache, dass die Tapete durch den Zigarettenrauch nur umso schneller ruiniert wird.