Über das Projekt

Gebrauchsgraphik, Heft 2, 5. Jahrgang (1928), Titelgraphik: Lucian Zabel
Gebrauchsgraphik, Heft 2, 5. Jahrgang (1928), Titelgraphik: Lucian Zabel

2014 bot der 90. Geburtstag der Zeitschrift »Die Gebrauchsgraphik. Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Reklame« Anlass, nicht nur auf die Geschichte der Zeitschrift zurückzublicken, sondern diese herausragende Quelle zur Werbe- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts auch für aktuelle Anwendungen und Recherchen zu erhalten. Mit Unterstützung der Stiebner Verlags GmbH in München, in dem die Zeitschrift unter dem Titel »Novum – World of Graphic Design« bis heute erscheint, haben die SLUB Dresden (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) und das Fachgebiet Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die ersten zwanzig Jahrgänge der Zeitschrift (1924 – 1944) komplett digitalisiert, voll durchsuchbar erschlossen und nach Themen, Gestaltern und Autoren verschlagwortet. Seit Ende 2015 stehen die Inhalte von über 200 Heften aus 20 Jahrgängen zur freien Verfügung.

Titelblätter der »Gebrauchsgraphik«

Technik

Die Zeitschriften wurde durch das Dresdner Digitalisierungszentrum (DDZ) bearbeitet. Während der Umschlag immer farbig und in der Überschau durch besondere Gestaltungsvielfalt gekennzeichnet ist, sind die Druckseiten des Innenteils auf gestrichenem Papier und mit ihnen die Wiedergaben von Bildbeispielen überwiegend schwarz-weiß gehalten. Bunt und ausdrucksstark wirken die von verschiedenen Herstellern für die jeweilige Ausgabe bereitgestellten und fest eingebundenen Beilagen der Hefte. Diese heben sich zumeist durch ihr leicht abweichendes Format, farbige und stärkerer Papiere und üblicherweise unbedruckte Rückseiten aus. Gelegentlich kommen Metall- sowie Prägedrucke vor. 

Ein Routineprozess wandelt die gescannten Bilder der Artikel automatisch in digitale Texte um, die mit Hilfe einer Volltextsuche recherchiert werden können.

Digitalisierung im DDZ

Erschließung

Die Erschließung der Texte und Bilder ermöglicht es den Nutzern, anhand formaler und inhaltlicher Stichworte einen ersten Zugang zum Material zu bekommen. Neben einer Volltexterschließung wurden separat die beteiligten Künstler und Gestalter erfasst sowie thematische und genrebezogene Schlagworte vergeben. Einige grundlegende thematische Schwerpunkte dienen als allgemeines Orientierungsangebot ebenso wie zur Anregung individueller Recherchen. Aussagekräftig sind zudem bereits die Treffermengen zu bestimmten Begriffen in der Suche, die auch für einzelne Zeitschriften oder Jahrgänge abfragbar sind.

Die Textbeiträge werden jeweils als einzelne Strukturelemente angelegt. Daneben gibt es Zusammenstellungen von Anzeigen, Werbedrucken und Abbildungen, die aus drucktechnischen oder inhaltlichen Gründen gleichberechtigt neben den Textbeiträgen stehen. Das Gros der Abbildungen und Reklamebeispiele wird allerdings als abhängiger Bestandteil eines Textbeitrags auf der zweiten, darunterliegenden Ebene verankert. Ähnlich wie bei Textbeiträgen von geringem Umfang, z.B. vermischten Nachrichten, die auf der ersten Hierarchieebene zu einem einzigen Textelement verklammert werden, sind Bildkombinationen und Bildserien, die über eine gemeinsame Überschrift verfügen und für deren Inhalte identische Schlagworte vergeben werden sollen, in einem gemeinsamen Abbildungs- oder Werbeelement zusammengeführt.

Auf den Anspruch, auch die Metaebene der ungewöhnlichen formalen und inhaltlichen Gestaltung des Periodikums, zum Beispiel die besondere Materialität einzelner Beilagen, detailliert zu erfassen, musste jedoch verzichtet werden. Nicht benannt sind Drucktechniken und -farben, Papiersorten und Materialproben aus Kunststoff und Metall oder besondere Fertigungstechniken wie beispielsweise Prägungen. Über unser Projekt finden Sie einen Einstieg in das Material, der gegebenenfalls durch das Konsultieren der Originale vertieft werden kann.

Seminar der Universität Erfurt

Ein Teil der Erschließungsarbeiten wurde von Studierenden im Studium Fundamentale an der Universität Erfurt geleistet. Im Rahmen zweier Blockseminare zu internationalen Reklamestrategien in der Weimarer Zeit bzw. im Nationalsozialismus bearbeiteten die TeilnehmerInnen eigenständig einige Hefte als Praxisübung.

Werbung im NS-Staat 1933-1944. Digitale Erschließung (Praxisübung) und Analyse von Reklamestrategien am Beispiel der Zeitschrift »Gebrauchsgraphik«

Prof. Dr. Patrick Rössler, Dr. Katja Leiskau
Blockseminar der Universität Erfurt, Wintersemester 2014/15 und Sommersemester 2015

 

TeilnehmerInnen 2014/15

Ina Baier | Carolin Behrends | Johannes Cichos | Laura Eschrich | Marie Huwe | Angela Kress | Anne-Kathrin Müller | Ursula Vockrodt | Pascal Wetterau

TeilnehmerInnen 2015

Lukas Fricke | Benedikt Thomas Halstrick | Maximilian Hofer | Alexander Petzold | Daniel Swiatek | Julia Urbainczyk

Projektmitarbeiterinnen 2015

(SLUB Dresden / Universität Erfurt)
Marie Huwe | Christine Niehoff | Julia Urbainczyk