Quellen

1908 verkaufte Schreiber seine ca. 950 Blätter umfassende Sammlung für 1200 Gulden an die Heidelberger Universitätsbibliothek. Die Dokumentation des Kaufgeschäftes hat sich erhalten: Das Dokument “Die Ankaufung von Kupferstichen zum Behuf der Vorlesungen über Theorie und Geschichte der Kunst” (UB Heidelberg, Heid.Hs. 2678,1) ist eine Inhaltsangabe einer umfangreicheren Archivalie, die heute im Generallandesarchiv Karlsruhe aufbewahrt wird (GLA Karlsruhe 205/779). Diese umfasst einen ausführlichen Schriftverkehr aus dem Zeitraum 14.5.1808 bis 7.10.1809. Demnach bot Schreiber am 14.5.1808 der Heidelberger Universitätsbibliothek seine Sammlung im Wert von 1565 Flandern mit 25-prozentigem Nachlass an. Wie der Archivalie zu entnehmen ist, einigte man sich nach längeren Verhandlungen mit Schreiben vom 21.1.1809 und 4.4.1809 darauf, die Sammlung für 1200 Flandern in Ratenzahlung anzukaufen (Heid.Hs. 2678,1, fol. 3r). 

Die Ankaufung von Kupferstichen zum Behuf der Vorlesungen über Theorie und Geschichte der Kunst,
Universitätsbibliothek Heidelberg, Heid. Hs. 2678,1. 1808.
https://doi.org/10.11588/diglit.69968

Katalog der Kupferstichsammlung Aloys Schreiber,
3 Bde, Universitätsbibliothek Heidelberg Heid. Hs. 2678,2.
https://doi.org/10.11588/diglit.71779

Inventarverzeichnis der Universitätsbibliothek 1905-1929,
Heidelberg, Universitätsarchiv, UAH F-II-4071/Bibliothek (1905-1929)
https://doi.org/10.11588/diglit.73496

Nach dem Verkauf stand die Kupferstichsammlung Alois W. Schreiber weiter für Forschungs- und vor allem für Unterrichtszwecke zur Verfügung. Konkrete Hinweise auf Schreibers Lehrtätigkeit geben Ankündigungen in den Vorlesungsverzeichnissen der Universität Heidelberg.

Alois W. Schreiber
Lehrbuch der Ästhetik,
Heidelberg 1809.
https://doi.org/10.11588/diglit.69881

Anzeige der Vorlesungen der Badischen Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg: Anzeige der Vorlesungen, welche im Winterhalbenjahre 1805/1806 bis Sommerhalbenjahre 1810 auf der Kurfürstlich Badischen Ruprecht-Karolinischen Universität zu Heidelberg gehalten werden — Heidelberg, 1805-1810
https://doi.org/10.11588/diglit.2694

Wintersemester 1805/06: 
"Herr Professor Schreiber wird die Theorie der Ästhtetik nach eigenen Heften […] von 3-4 Uhr vortragen." 

"Ebenderselbe wird Kunst des Altertums, mit vergleichender Hinsicht auf moderne Kunst, nach Anleitung von Winkelmann und Goethe, von 10-11 Uhr öffentliche Vorlesungen halten."
https://doi.org/10.11588/diglit.2694#0020

Sommersemester 1806:
„Ästhetik – Herr Professor Schreiber, nach seinem eigenen Lehrbuche, Montags; Mittwochs und Freitags von 7 – 8 Uhr."
https://doi.org/10.11588/diglit.2694#0051

Wintersemester 1806/07:
"Die Geschichte der modernen bildenden Kunst wird Herr Professor Schreiber auf besonderes Verlangen, mit Benutzung seiner Kupferstichsammlung, vortragen."
https://doi.org/10.11588/diglit.2694#0088

Sommersemester 1807:
"Die Theorie der Poesie und bildenden Kunst oder Aesthetik handelt Herr Professor Schreiber nach Dictaten, mit Benutzung seiner Kupferstichsammlung, Montags, Donnerstags und Freytags von 11-12 Uhr ab."

"Die Geschichte der Kupferstecherkunst: derselbe Mittwochs von 11-12 Uhr öffentlich."
https://doi.org/10.11588/diglit.2694#0143