Auktionen 1934-1945: Informationssystem zu Einlieferern

Eine der größten Herausforderungen für die Provenienzforschung ist es, Vorbesitzer von Objekten und Kunstwerken zu ermitteln, die aus Auktionen erworben wurden. Der Auktionskatalog ist oft der einzige Anhaltspunkt für die Recherche, die seit dem Erlass des „Gesetzes über das Versteigerergewerbe“ im Oktober 1934 unweigerlich in die Einlieferer-Verzeichnisse im Vorspann führt. Hier sind die Einlieferer chiffriert: Man trifft auf Initialen mit oder ohne Ortsangabe, römische Zahlen, Decknamen oder völlig abstrakte Codierungen. Eine solche Chiffre zu entschlüsseln, kann monatelange Arbeit bedeuten. Das Resultat ist nicht nur für das eigene Museum von Interesse, denn ein versteigertes Besitz-Konvolut wurde in der Regel von verschiedenen Käufern erworben und über die Welt verstreut. Folglich sind heute an diversen Orten identische Recherchen vonnöten. Der Austausch im Forschungsprozess sowie der Ergebnisse ist also unverzichtbar.

German Sales bietet in Kürze allen Provenienzforscher*Innen die Möglichkeit, die Einlieferer-Chiffren digital zu annotieren – die Tradition historischer Annotationen fortführend, die für Ihre Arbeit maßgebliche Quelle sind. Direkt am Auktionskatalog können Sie Hintergrundwissen zu den Einlieferern hinterlegen, Forschungsergebnisse an den eigenen Wissenschaftlernamen gebunden zitierfähig publizieren und die Dechiffrierungen anderer online recherchieren. Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Interesse an der Mitarbeit haben.

Erste Beispiele finden Sie hier:
Rudolph Lepke's Kunst-Auctions-Haus <Berlin> [Hrsg.]: Altes und neues Kunstgewerbe, Gemälde, Mobiliar, Bücher: Speise-, Herren-, Schlaf- und Wohnzimmer, Flügel von Bechstein, Blüthner, Steinway & Sons, persische Teppiche, Renaissance- und Barockmöbel, silber, Porzellan, Kleinkunst ; 6. und 7. Mai 1936 (Katalog Nr. 2101), Berlin, 1936

Rudolph Lepke's Kunst-Auctions-Haus <Berlin> [Hrsg.]: Gemälde alter und neuerer Meister: Antiquitäten und Kunstgewerbe; 9. und 10. April 1937 (Katalog Nr. 2112), Berlin, 1937

C. G. Boerner, Auktions-Institut, Kunst- und Buchantiquariat <Leipzip> [Hrsg.]: Handzeichnungen der Brüder Olivier, Deutsche Zeichnungen des XIX. Jahrhunderts, Handzeichnungen alter Meister des XV.-XVIII. Jahrhunderts, Deutsche Graphik des frühen XIX. Jahrhunderts Chodowiecki, Menzel; 28. April 1939 (Katalog Nr. 201), Leipzig, 1939