Produktdesign 1950-1990. Das historische Fotoarchiv des Rat für Formgebung

Blitzlichtgerät aus der Blitzgeräte-Reihe „hobby“ der Max Braun oHG Gestaltungsabteilung, 1958
Diapositivsammlung des Rat für Formgebung (Scan: SLUB/ Deutsche Fotothek)
Blitzlichtgerät aus der Blitzgeräte-Reihe „hobby“ der Max Braun oHG Gestaltungsabteilung, 1958
Diapositivsammlung des Rat für Formgebung (Scan: SLUB/ Deutsche Fotothek)

Die Stiftung Deutsches Design Museum verwahrt das historische Fotoarchiv des Rat für Formgebung, der seit Mitte der 1950er Jahren fotografische Zeugnisse beispielhafter Design-Objekte der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts gesammelt, strukturiert und archiviert hat. Das Fotoarchiv und die Diapositivsammlung des Rat für Formgebung stellen heute eine einzigartige Quelle deutschen Nachkriegsdesigns dar. Manche der dokumentierten Objekte gelten inzwischen als Klassiker, andere warten auf ihre Wiederentdeckung. Im Rahmen des DFG-Projektes „Die Gute Form“ wurden an der Deutschen Fotothek/ SLUB Dresden die Diapositivsammlung und große Teile des historischen Fotoarchivs digitalisiert und erschlossen. Sie können nun eingesehen, recherchiert und im kunst- oder designhistorischen Kontext referenziert werden.

Zum Bestand des Fotoarchivs des Rat für Formgebung im Bildsuchraum von arthistoricum.net

Zur Arbeit des Rat für Formgebung

Der Rat für Formgebung wurde 1953 als gemeinnützige Stiftung gegründet und entwickelte sich zu der führenden deutschen Instanz für Fragen rund um gutes Design. Das Fotoarchiv und die Diapositivsammlung hatten das Ziel, die „Gute Form“ im deutschen Industriedesign durch geeignetes Anschauungsmaterial, das in Ausstellungen und im damals zeitgemäßen Kommunikationsmedium des Dia-Vortrages verbreitet wurde, zu befördern. Dabei entstand eine in Zusammensetzung und Umfang einzigartige fotografische Designsammlung, die umfassend die Konsum- und Lebenswelt der 1950er bis 1980er Jahre dokumentiert. Einen Schwerpunkt bildet die Nachkriegsmoderne des deutschen, zum teil auch internationalen Produktdesigns. Die Bandbreite der berücksichtigten Konsumgüter reicht von Alltagsgegenständen wie Bestecken und Geschirr über Produkte der Arbeitswelt, z.B. Büromaschinen, bis hin zu Personenkraftfahrzeugen und Produkten aus dem Investitionsgüterbereich. 

Die Stiftung Deutsches Design Museum erhielt 2015 den Auftrag, diese Sammlungsobjekte konservatorisch sowie digital dauerhaft zu sichern, nach wissenschaftlichen Standards zu erschließen und der Forschung wie auch der gesamten interessierten Öffentlichkeit online zugänglich zu machen.

Zur Produktfotografie

Der Rat für Formgebung nutzte zur dauerhaften Dokumentation und Vermittlung das Medium der Fotografie. Dadurch spiegelt das Archiv neben der Designgeschichte auch die  Entwicklung der elaborierten Sachfotografie in diesem Zeitraum. Das authentische, zweckgebunden gewachsene Bilderkonvolut belegt in seiner Gesamtheit auch die Entwicklung der Marken- und Produktkommunikation der 1950er bis 1980er Jahre. Entscheidend für die interdisziplinäre wissenschaftliche Erforschung der fotografischen Sammlung ist nicht zuletzt die Tatsache, dass sich die Fotoabzüge in ihrem Originalzustand erhalten haben, nicht zugeschnitten, bearbeitetet oder auf Trägermaterialien verklebt sind.

 

 

 

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