Aktuelles / Upcoming

CFP Workshop Geklebte Topographien / Pasted Topographies, 20.11.2020

 

- English version below -

Geklebte Topografien
Der Workshop Geklebte Topografien widmet sich Operationen des Klebens, die bei der Herstellung und Verwendung topografischer Bildmedien zum Einsatz kommen – vom Leimen bis zum digitalen Copy and Paste. Medial erzeugte Vorstellungen von Raum werden vielfach nur durch Techniken des Klebens möglich. Untersucht werden sollen einerseits Praktiken des Zu-sammenfügens als Mittel topografischer Kunst- und Wissensproduktion (a), und andererseits Verfahren der Collage bzw. Assemblage, durch die topografische Darstellungen in neue Relationen gesetzt werden (b).
a) Werden topografische Räume in Bildmedien übersetzt, seien es Karten, Pläne, Diagramme oder illusionistische Ansichten, so werden sie bei diesem Vorgang modelliert, vereinfacht und fixiert. Oft erfordert diese Visualisierung von Topografien den Einsatz von Leim und Klebungen, wobei so unterschiedliche Praktiken eingesetzt werden wie das An- und Ineinanderfügen von Einzelbildern, das Montieren von Papieren zu größeren Bögen, die Fixierung von Bögen auf Zeichentischen oder die Vorbereitung späterer Montageprozesse. Solche Klebevorgänge lassen sich als Antwort auf die Herausforderungen topografischer Erschließung und Darstellung von Räumen verstehen, die häufig besondere Formate erfordern, auf Hilfskonstruktionen, planerisches Handeln zur Vermeidung von Übertragungsfehlern sowie Maßnahmen zur Sicherstellung von Präzision angewiesen sind.
b) Ein weiteres Spektrum an Klebevorgängen eröffnet sich im Hinblick auf die Aufbereitung, die Rezeption und den Gebrauch topografischer Bildmedien. Sie werden häufig zu Verbundmedien zusammengestellt, mit denen Räume in ihrer Komplexität oder schieren Ausdehnung medial eingefangen werden sollen. Die unterschiedlichen Formen des Montierens von Bildern, etwa in Klebebänden, Reiseaufzeichnungen, Atlanten, Extra-Illustrationen, Serien oder Kopplung von Bildfolge und Karte, ermöglichen in diesen Fällen das Kombinieren, sequenzielle Darstellen, Layern und Kontextualisieren von Räumen.
Mit einem dezidiert materialbezogenen Ansatz verfolgt der Workshop Fragen, die durch diese Praktiken aufgeworfen werden: Was verraten sie über die Zirkulation und den Austausch von Materialien und von Informationen, etwa zwischen Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen, Reisenden oder Sammler*innen topografischer Bildmedien? Welche sozialen Di-mensionen verbergen sich hinter dem Kleben und Montieren? In welchen Relationen stehen geklebte Einzelbilder zueinander? (Wie) Setzen sich Praktiken des Zusammenfügens in digitalen Vorgängen von Copy and Paste fort?
Der Workshop setzt sich zum Ziel, solche Vorgänge anhand von Fallstudien zu beschreiben und dabei den konkreten Umgang mit dem Material in den Blick zu nehmen. Der praxeologische Zugriff zielt darauf ab, interdisziplinäre Perspektiven zu eröffnen und die Vielfalt topo-grafischer Medien und Praktiken einzubeziehen.

Themenvorschläge von max. 350 Wörtern sind auf Deutsch oder auf Englisch willkommen. Wir bitten darum, sie spätestens bis zum 15. Oktober an pastedtopographies@web.de oder annette.kranen@ikg.unibe.ch zu senden.

 


Pasted topographies
The workshop Pasted Topographies is dedicated to pasting operations applied in the production and use of topographic visual media – from glueing to digital copy and paste. Medially generated notions of space are often facilitated solely through techniques of pasting. On the one hand, we will investigate practices of assembling as a means of producing topographic art and knowledge (a), and on the other hand, we will examine techniques of collage and assemblage, through which topographic representations are placed in new relations (b).
(a) By translating topographic spaces into visual media, be it maps, plans, diagrams or illusionistic views, they are modelled, simplified and fixed. Often this visualization of topographies requires the use of glue and adhesives, using practices as diverse as attaching and interlocking individual images, assembling paper into larger sheets, fixing sheets on drawing tables, or preparing for later montage processes. Such processes of pasting can be understood as a response to the challenges of exploring and representing topographical spaces, which often require special formats, auxiliary constructions, extensive planning to avoid transmission errors, and specific measures to ensure precision.
b) A broader spectrum of pasting processes opens up with regard to the preparation, reception and use of topographic images. They are often combined to form composite media, in order to capture spaces in their complexity or sheer expanse. The different forms of media in which forms of montage are applied, such as albums, travel records, atlases, extra illustrations, series of images or the coupling of image sequences with maps, allow the combination, sequential representation, layering and contextualization of spaces.
With a decidedly material based approach, the workshop pursues questions raised by these practices: What do they reveal about the circulation and exchange of materials and information, for example between scholars of different disciplines, travellers or collectors of topographic visual media? What social dimensions are hidden behind pasting and mounting? What are the relationships between pasted individual images? (How) Do these practices of assembling persist in digital processes of copy and paste?
The workshop aims to describe such processes on the basis of case studies while focussing on the concrete handling of the material. The praxeological approach aims at opening up interdisciplinary perspectives and incorporating the diversity of topographic media and practices.

Papers are welcome in English or German. We kindly ask you to send your suggestions (max. 350 words) to pastedtopographies@web.de oder annette.kranen@ikg.unibe.ch by October 15th.

 

 

 

++ Terminänderung / rescheduled ++ Workshop, 20.11.2020

Geklebte Topografien / Pasted Topographies