Vergangene Veranstaltungen
Rückblick auf die Exkursion nach Stuttgart
Anlässlich der Ausstellung „Generation 1700. Zeichnen an der Königlichen Akademie in Paris“ in der Staatsgalerie Stuttgart traf sich unser Netzwerk vom 31. Juli bis 1. August 2026 zu einer Exkursion nach Stuttgart und Ludwigsburg.
Am Freitag, den 31. Juli, führte uns Nora Sophie Belmadani, Kuratorin für italienische und französische Arbeiten auf Papier vor 1800, durch die von ihr kuratierte Ausstellung. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen der Zeichenunterricht an der Pariser Académie royale de peinture et de sculpture im 18. Jahrhundert und insbesondere die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper in der akademischen Praxis. Anhand zahlreicher, zum Teil erstmals ausgestellter Blätter gab uns Nora Sophie Belmadani zugleich Einblicke in die Entstehung der Ausstellung, von der inhaltlichen Konzeption und Auswahl der Zeichnungen bis hin zu Fragen ihrer Präsentation. Im Anschluss präsentierte sie uns im Studiensaal weitere ausgewählte französische Zeichnungen aus dem umfangreichen und noch wenig erforschten Bestand der Staatsgalerie. Ein Schwerpunkt lag auf Werken Michel-François Dandré-Bardons (1700–1783), von dem die Staatsgalerie einen der umfangreichsten Zeichnungsbestände Europas bewahrt, sowie auf Zeichnungen des württembergischen Hofmalers Nicolas Guibal (1725–1784), einem Schüler des französischen Historienmalers Charles-Joseph Natoire, der von Herzog Carl Eugen nach Stuttgart berufen worden war. In der Zusammenschau von Ausstellung und Studiensaal ließen sich so Fragen nach akademischer Ausbildung und der Mobilität französischer Künstler im 18. Jahrhundert weiterverfolgen.
Am Samstag, den 1. August, führte uns die Exkursion nach Ludwigsburg zum Residenzschloss. Lara Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Neues Corps de Logis, Residenzschloss Ludwigsburg“, gab uns eine exklusive Fachführung durch die Räume des Schlosses. Entlang seiner verschiedenen Bauphasen konnten wir die Bautätigkeit der württembergischen Herzöge vom späten 17. bis ins 19. Jahrhundert nachvollziehen und dabei auch Räume besichtigen, die im Rahmen regulärer Führungen nicht zugänglich sind. In Architektur und Ausstattung, aber auch in Hofhaltung und Zeremoniell wurden die unterschiedlichen Verbindungen des württembergischen Hofes zur französischen Kunst und Kultur anschaulich. Das außergewöhnlich gut erhaltene Schloss mit seinen prunkvollen Deckenmalereien und Stuckdekorationen inmitten der barocken Planstadt beeindruckte uns sehr. Zugleich gab Lara Koch uns spannende Einblicke hinter die Kulissen des Schlossbetriebs und in die vielfältigen Aufgaben, die mit der wissenschaftlichen Arbeit und Verwaltung eines solchen historischen Ensembles verbunden sind.
Die Exkursion bot viele Gelegenheiten zum fachlichen Austausch und eröffnete zahlreiche Perspektiven auf die Beziehungen zwischen Frankreich und Württemberg, insbesondere im 18. Jahrhundert: von der Ausbildung und Mobilität von Künstlern über höfische Repräsentation und Sammlungsgeschichte bis hin zum heutigen Umgang mit diesem kulturellen Erbe.
Rückblick auf die Exkursion nach Dresden
Vom 9. bis 11. Januar 2025 fand die erste Exkursion des Forschungsnetzwerks Französische Kunst der Frühen Neuzeit statt, die nach Dresden führte.
Anlass der Exkursion war die Ausstellung „Fait à Paris. Die Kunstmöbel des Jean-Pierre Latz am Dresdner Hof“ des Kunstgewerbemuseums, die vom 19. Oktober 2024 bis zum 2. Februar 2025 im Dresdner Residenzschloss zu sehen ist. Anne Ilaria Weiß, wissenschaftliche Assistentin der Ausstellung, gab uns eine exklusive Führung durch die Ausstellungsräume und vermittelte spannende Einblicke in das Œuvre von Jean-Pierre Latz und das französische Kunsthandwerk.
Zusätzlich besuchten wir in Begleitung von Jan-Markus Göttsch, Volontär der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), den Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts. Hier konnten wir Stiche und Zeichnungen einsehen und uns mit den kulturellen Beziehungen zwischen Frankreich und Dresden im 18. Jahrhundert befassen.
Ein weiteres Highlight war das Palais Brühl-Marcolini. Obwohl das Gebäude heute als Krankenhaus genutzt wird, zeugen noch drei erhaltene Räume mit virtuosen Ausstattungen des 18. Jahrhunderts von der einstigen Pracht des Gartenpalais.
Den Abschluss unserer Exkursion bildete der Besuch der eindrucksvollen Räume des Grünen Gewölbes sowie der Katholischen Hofkirche, die beide bedeutende Zeugnisse der sächsischen Kunst- und Kulturgeschichte darstellen, begleitet von fachkundigen Erklärungen von Jan-Markus Göttsch.
Die Exkursion bot zahlreiche wertvolle Erkenntnisse und spannende Begegnungen, die das Verständnis für die Verflechtungen zwischen der französischen und sächsischen Kunstlandschaft vertieften.