Themen und Spezialarchive
Archiv der Fotografen
Die bedeutendste Aufgabe der Deutschen Fotothek besteht in der Erhaltung und Aktivierung fotografischer Werke und Nachlässe durch Online-Präsentation, Ausstellungen und Publikationen.
Die Deutsche Fotothek versteht sich als Ansprechpartner für Fotograf:innen und ihre Nachfahren. Sie bewahrt und aktiviert Fotografenarchive oder vermittelt diese in Kooperationen mit einem Netzwerk fotografischer Institutionen an geeignete Standorte.
Das virtuelle "Archiv der Fotografen" trägt als Schaufenster dazu bei, die Vielfalt und Bedeutung deutscher Fotografie anschaulich zu vermitteln.
Digitaler Portraitindex
Der Portraitindex ist ein Webportal, das den Online-Zugang zu 300.000 druckgraphischen Porträts der Frühen Neuzeit aus 12 Sammlungen im deutschen Sprachraum bietet. Der Portraitindex wird vom Bildarchiv Foto Marburg betrieben.
GDK Research - Die Großen Deutschen Kunstausstellungen 1937-1944
GDK Research publiziert unbekannte fotografische Dokumente zur staatlich geförderten Kunst der NS-Zeit, um die kritische Auseinandersetzung mit der Kunst- und Kulturpolitik des nationalsozialistischen Regimes auf eine breitere, quellengestützte Grundlage zu stellen.
Weltsichten
Unter dem Titel »Weltsichten« entstand zwischen 2015 und 2017 in Kooperation mit den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) eine auf mehr als 100.000 Aufnahmen angelegte Quellensammlung an Fotografien von Lebenswelten und Naturräumen rund um den Globus. Die Bilddokumente der Zeit seit 1860 visualisieren den europäischen Blick auf das Fremde und "Exotische" im Wandel der letzten 150 Jahre. Im Mittelpunkt des Spektrums, das von frühen Reisefotografien, Bordfotografien der ersten Kreuzfahrten und Weltreisen auf Luxuslinern bis hin zur zeitgenössischen Werbe- und Produktfotografie reicht, steht die fotografische Dokumentationen von Forschungsreisen und Expeditionen.
Architektur- und Ingenieurzeichnungen
Das Portal der Deutschen Fotothek erschließt hochauflösend digitalisiert 108.000 Architektur- und Ingenieurzeichnungen aus den Sammlungen der SLUB und vieler Partner. Neben Blättern aus den Sammlungen der SLUB, aus dem Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin und aus dem Architekturmuseum der Technischen Universität München sind auch die Ergebnisse des DFG-Projekts »Architektur- und Ingenieurzeichnungen der deutschen Renaissance. Digitalisierung und wissenschaftliche Erschließung des Zeichnungsbestandes von 1500 – 1650« enthalten.
Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei
Die Datenbank des Zentralinstituts für Kunstgeschichte weist 39.000 digitalisierte Aufnahmen von bedeutenden Freskenzyklen und Wanddekorationen in Kirchen, Klöstern, Schlössern und anderen Profanbauten in den Ländern Deutschland, Österreich, Polen und Russland und Tschechien nach. Das Archiv entstand in den Jahren 1943-1945 als Versuch des nationalsozialistischen Regimes, angesichts drohender Zerstörung die wandfeste Ausstattung bedeutender Baudenkmäler im gesamten »großdeutschen Reich« in Farbaufnahmen zu dokumentieren.
Kartenforum
Das Kartenforum ist ein von der Deutschen Fotothek betreutes Informationsportal vor allem sächsischer Bibliotheken, Museen und Archive. Gegenwärtig werden 33.000 der wichtigsten, hochauflösend digitalisierten kartographischen Quellen - insbesondere zur Geschichte und Landeskunde Sachsens - aus den Sammlungen der beteiligten Partner als Basisressource (kunst-)historischen Arbeitens angeboten. Darüber hinaus wurde im Rahmen des gleichnamigen DFG Projektes das Virtuelle Kartenforum 2.0 entwickelt, das einen Zugriff auf georeferenzierte Karten sowie Werkzeuge zur Georeferenzierung von Messtischblättern bietet.
Kunst und Architektur in Italien aus dem KHI Florenz
Die Digitale Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (KHI) ermöglicht den direkten Zugriff auf derzeit rund 84.000 Bilder. Den Schwerpunkt bildet die Kunst in Nord- und Mittelitalien. Einzelne Teilbeständen stellen u.a. die Aufnahmen der Fotografin Hilde Lotz-Bauer oder der Restauratorin Barbara Schleicher, die mittelalterliche Kunst Georgiens und die druckgraphische Sammlung der Photothek vor. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Teilbestand »Cimelia Photographica«, der historisches Fotomaterial ab den 1850er Jahren aus unterschiedlichster Provenienz (Nachlässe, Schenkungen, Ankäufe) umfasst. Diese Aufnahmen ermöglichen nicht nur Recherchen zu einzelnen Fotografen oder zur Entwicklung und Verbreitung fotografischer Techniken, sondern auch die dynamische Rekonstruktion von einzelnen kultur- und fotogeschichtlich relevanten Konvoluten, die auch die Materialität der fotografischen Objekte mit einschließen.
Der Bestand der Photothek des KHI ist auch in die arthistoricum.net-Bildersuche integriert.
Kunst und Architektur in Italien aus der Bibliotheca Hertziana
Der Sammelschwerpunkt der Fotothek der Bibliotheca Hertziana liegt auf der römischen und italienischen Topografie, auf Werken italienischer Künstler sowie auf Zeichnungen. Letztere umfassen Altmeisterzeichnungen, Architektur- und Antikennachzeichnungen sowie zwei Spezialsammlungen – das Corpus Gernsheim und das Corpus der italienischen Zeichnungen. Die Sammlung umfasst mehr als 1,5 Millionen Positive, Negative und digitale Bilder. Sie wird kontinuierlich durch Fotokampagnen, systematische Ankäufe und den Erwerb von Archiven sowie durch fotografische Nachlässe renommierter Kunsthistoriker erweitert
Ein Teil des Bildbestandes der Fotothek ist auch in die arthistoricum.net-Bildersuche integriert.
Graphikportal
Das Graphikportal bietet Zugang zu hochauflösenden Digitalisaten und Erschließungsdaten zu rund 560.000 Zeichnungen und Druckgraphiken aus 36 graphischen Sammlungen an Museen, Bibliotheken und Archiven im deutschsprachigen Raum. Es wird im Auftrag des Arbeitskreises Graphik vernetzt vom Bildarchiv Foto Marburg betrieben.
Corpus Gernsheim
Das Corpus Photographicum of Drawings (Corpus Gernsheim) wurde 1937 vom Kunsthistoriker und Kunsthändler Walter Gernsheim (1909–2006) mit dem Ziel gegründet, europäische Zeichnungen aller Epochen in öffentlichen und privaten Sammlungen zu dokumentieren. Es enthält über 193.000 Fotografien aus mehr als 150 Museen, Archiven und Bibliotheken. Bis heute stellt das Corpus Gernsheim als quasi Meta-Kupferstichkabinett weltweit verstreuter Bestände eines der wichtigsten Instrumente der kunsthistorischen Zeichnungsforschung dar. 2002 schenkten Jutta und Walter Gernsheim der Fotothek der Bibliotheca Hertziana einen kompletten Satz des Corpus sowie alle Negative inklusive der Fotografenrechte.
Corpus der Italienischen Zeichnungen
Das Corpus der italienischen Zeichnungen (CIZ) wurde ca. 1937 von Bernhard Degenhart an der Bibliotheca Hertziana in Rom mit der Intention begründet, eine nach den Kunstregionen Italiens geordnete Übersicht und Analyse der Handzeichnungen von 1300 bis 1450 zu publizieren. Das Projekt kam 1949 an die Staatliche Graphische Sammlung München; ab 1955 wurde Annegrit Schmitt Mitarbeiterin und bald Mitverantwortliche und Mitherausgeberin beim Corpus. Insgesamt erschienen unter Degenharts und Schmitts Leitung 15 Bände. 2019 schenkte Schmitt das gesamte Corpus von über 60.000 Fotografien und Negativen der Fotothek der Bibliotheca Hertziana. Band 16 zu den Zeichnungen der Brüder Pollaiolo erschien 2023.