Archivpublikationen der FSO

Archivführer und allgemeiner Bestandskatalog

Archivführer und Ausstellungskatalog
Archivführer und Ausstellungskatalog

Das Archiv der Forschungsstelle Osteuropa. Bestände im Überblick: UdSSR/Russland, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und DDR, herausgegeben von Wolfgang Eichwede, Stuttgart: Ibidem-Verlag 2009.

Das Archiv der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen besitzt einzigartige Quellenbestände zur Zeit- und Kulturgeschichte des östlichen Europas von Stalins Tod 1953 bis in die Gegenwart. In seinem Kern umfasst es ein spezifisches, doch breit gefächertes Spektrum an Materialgattungen, die ihm in ihrer Summe ein eigenes Profil geben: Zeugnisse und Schriften der Samizdat-Kulturen von den 1950er bis in die späten 1980er Jahre, informelle Druckerzeugnisse und Dokumente der Umbruchsjahre von 1986 bis 1991 sowie des Aufbaus der neuen Ordnungen (Transformation) in den 1990er Jahren und schließlich Nachlässe, primär aus Russland, der Sowjetunion und der russischen Emigration, die das gesamte 20. Jahrhundert umgreifen.

Schwerpunktländer in Archiv und Forschung sind die ehemalige Sowjetunion (heute Russland, die Ukraine, Belarus und die baltischen Staaten), die Tschechoslowakei (heute die Tschechische und die Slowakische Republik), Polen, Ungarn und die DDR. Gegenwärtig bezieht die Forschungsstelle in ihrer Bibliothek laufend über 700 Zeitungs- und Zeitschriftentitel aus und zu Ost- und Ostmitteleuropa, darunter auch Printmedien und Presse politischer Parteien, nationaler Minderheiten und kultureller Einrichtungen, zum Teil mit regionalen Bezügen. 

Ausstellungskatalog zum inoffiziellen Selbstverlag

SAMIZDAT. Alternative Kultur in Zentral- und Osteuropa: Die 60er bis 80er Jahre, herausgegeben von Wolfgang Eichwede, Bremen: Edition Temmen 2000.

Samizdat heißt Selbstverlag. Samizdat war der politische und kulturelle Untergrund in Osteuropa vor den Revolutionen von 1989. Eine von den Autoren selbst erkämpfte Welt, von Geheimnissen umgeben und von der Polizei verfolgt. Ohne die Zensurbehörden zu fragen, schrieben Poeten ihre Gedichte, stellten Künstler ihre Werke aus, sangen Barden ihre Lieder und rangen Bürger um ihre Rechte. Dieser Katalog zur gleichnamigen Ausstellung zeigt Zeugnisse des Untergrunds, die Geschichte schrieben: Dokumente der Menschenrechtsbewegung, wie die Erklärung der Charta 77 aus Prag und die Chronik der laufenden Ereignisse aus Moskau, Manuskripte und Erstausgaben von Václav Havel oder Alexander Solschenizyn, Journale und Almanache in kleinsten Auflagen, Memoranden von Andrej Sacharow und politische Traktate von Adam Michnik und Miklós Haraszti, Flugblätter der Solidarnoo sowie Kunstobjekte von Stanislav Kolíbal, Konzept-Kunst von Milan Knízák und Gemälde von Erik Bulatow, A.R. Penck, Tadeusz Kantor und Ilja Kabakow. Die einzelnen Beiträge beleuchten die politischen ebenso wie die kulturellen Entwicklungen. Persönliche Erfahrungen werden geschildert, technische Voraussetzungen und gesellschaftspolitische Hintergründe erläutert.

Dissens und Nonkonformismus im Bild

"Gegenansichten". Fotografien zur politischen und kulturellen Opposition in Osteuropa 1956-1989, herausgegeben von Heidrun Hamersky, Berlin: Christian Links Verlag 2005.

Dass die europäische Geschichte 1989/90 eine überraschende Wendung nahm, ist auch ihnen zu verdanken: den Dissidenten, Nonkonformisten und Unangepassten, die in Osteuropa über drei Jahrzehnte auf eine gewaltfreie Ablösung der autoritären Regime hinwirkten. Stets von Repressionen bedroht, agierten sie im Verborgenen, trafen sich in Wohnungen, debattierten in Kirchenräumen und erkämpften sich öffentliche Räume. Der Fotoband gibt einen Einblick in die Welt der kulturellen Alternativszenen und der politischen Opposition in der Sowjetunion, Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn und der DDR. Die Aufnahmen wurden meist von den Beteiligten selbst gemacht und erlauben somit einen intimen Blick in die Innenwelt dieser Bewegungen. Zu sehen sind Untergrunddruckereien, Schnappschüsse von Akteuren der Bürgerrechtsbewegungen, Studenten in »fliegenden Universitäten«, politische Häftlinge in Internierungslagern sowie Straßenszenen. Die bisher weitgehend unbekannten Fotografien stammen aus Archiven in Moskau, Prag, Berlin, Bremen, Boston, New Brunswick (N.J.), Budapest und Warschau. In einem Vorwort von Václav Havel und einem Essay von Wolfgang Eichwede werden die historischen Zusammenhänge erläutert.

Radierungen des nonkonformen Künstlers Wladimir Jankilewski

Vladimir Jankilevskij: Radierungen. Ausstellungskatalog. herausgegeben, übersetzt, bearbeitet und kommentiert von Wolfgang Schlott, Bremen: Edition Temmen 1999.

In diesem Katalog befasst sich der Künstler Jankilevski mit den Themen Anatomie der Gefühle, StadtMasken, Mutanten (Sodom & Gomorra)