Nürnberg | Germanisches Nationalmuseum

In den 1960er Jahren erschloss sich das Germanische Nationalmuseum die deutsche Buchkunst des 20. Jahrhunderts als einen neuen Sammlungsbereich. Gesammelt werden seitdem exemplarisch Arbeiten von Pressen, Editionen, bibliophilen Vereinen und Verlagen, um anhand eines eigenen Bestands zumindest in Konturen die Buchkunstbewegung der vergangenen 100 Jahre nachzeichnen zu können. Dies erscheint insbesondere deshalb lohnenswert, weil das von schöpferischem Individualismus geprägte Buchkunstschaffen durch alle Zeiten hindurch stetes Zeugnis von Kreativität und Qualität gibt. Heute umfasst der in gesonderter Aufstellung zusammengefasste Bestand rund 1.700 Werke.

"Staatsqualle" aus: Hugo Ball: Medusa. Die weiße Qualle. Gedicht von Hugo Ball. Zeichnung und Gestaltung von Tina Flau. 2013. 
[S] gr. 2° Ol 201/6. © Germanisches Nationalmuseum, Scan und Montage: Kleer, Lena
"Staatsqualle" aus: Hugo Ball: Medusa. Die weiße Qualle. Gedicht von Hugo Ball. Zeichnung und Gestaltung von Tina Flau. 2013.
[S] gr. 2° Ol 201/6. © Germanisches Nationalmuseum, Scan und Montage: Kleer, Lena

Gesammelt wurden hauptsächlich in kleinen Auflagen erschienene Pressendrucke, weniger Buchobjekte, Multiples, Unikate, Artists' Books oder Malerbücher. Erschlossen wird dieSammlung durch die beiden Bestandskataloge von Eduard Isphording: "Seitenansichten" (1999) mit Werken nach 1945 sowie "Draufsichten" (2005) mit Werken bis 1945.

Titelblatt aus: Johann Fischart: Die Flohhatz. Mit Lithographien von Friedrich Wilhelm Kleukens. Ratio-Presse Darmstadt 1922. 
8°On 192/1 [S]. © Germanisches Nationalmuseum, Foto: Runge, Monika
Titelblatt aus: Johann Fischart: Die Flohhatz. Mit Lithographien von Friedrich Wilhelm Kleukens. Ratio-Presse Darmstadt 1922.
8°On 192/1 [S]. © Germanisches Nationalmuseum, Foto: Runge, Monika

Anfang des 21. Jahrhunderts musste aus finanziellen Gründen das Ziel eines kontinuierlichen Bestandsaufbaus derart originaler Zeugnisse deutscher Buchkultur aufgegeben werden. Ankäufe sind daher derzeit nur noch in Ausnahmefällen möglich.