So wie im Namen der Disziplin Kunstgeschichte die Begriffe Kunst und Geschichte verschmelzen, durchdringen sich auch in der Arbeit eines Kunsthistorikers beide Bereiche: Das Betrachten und Interpretieren von Kunst steht neben dem Handwerk des Historikers. Dies bedeutet für die kunsthistorische Tätigkeit, dass jeder Kunsthistoriker in die Verlegenheit kommen kann, mit archivarischem Material, alten Büchern oder Plänen zu tun zu haben.
Um gefährdete Bücher und Akten vor dem Zerfall zu schützen, für die Nachwelt zu erhalten und einer breiteren Nutzerschicht zur Verfügung zu stellen, wenden Archive und Bibliotheken seit geraumer Zeit technische Methoden der Duplizierung ihrer Bestände an, zum Beispiel das Speichern von Daten per analogem Verfahren auf Microfiche.
Wie in vielen Bereichen wurden auch diese analoge Methoden durch die Computertechnik mehr und mehr verdrängt: Mit der retrospektiven Digitalisierung können Bücher, Akten, Pläne u.a. historisches Material uns Nutzern in computerlesbarer Form zur Verfügung gestellt werden. Ergebnisse solcher Digitalisierungsprojekte nennt man Retrodigitalisate.