Kapitel 5 - Der Beginn einer Neuen Ära in Oberitalien (Rückblende)
In Oberitalien hatte Gian Galeazzo Visconti 1378 die Herrschaft über Mailand übernommen. 1395 wurde er von König Wenzel gegen die Zahlung eines Betrages von 395.000 Scudi in den Fürstenstand erhoben, ab 1397 war er Reichsvikar der Lombardei. Er führte eine gute Regierung, die aber von höheren Ambitionen gesteuert wurde als von der Konsolidierung seiner Herrschaft in der Lombardei. Burckhardt bescheinigt ihm den „echten Tyrannensinn für das Kolossale“. Unter ihm erfolgte die Grundsteinlegung des Mailänder Doms und wurde die Kartause von Pavia errichtet. 1401 siegte Visconti bei Brescia über den deutschen König Ruprecht von der Pfalz, eroberte Padua, Bologna und Pisa, und schickte sich, verbündet mit Siena, zur Eroberung von Florenz an, dem er schon 1390 den Krieg erklärt hatte. Um seine Gegner wehrlos zu machen, ließ er Dämme anlegen, welche die belagerten Städte – so etwa Mantua - von der Wasserversorgung abschneiden sollten. Während er also auf bestem Wege war, ganz Italien in seine Gewalt zu bringen und es als neuer Caesar zu einen, raffte ihn im Feldlager eine Seuche dahin. Die Florentiner, die ihn trotz seiner humanistischen Bildung und klugen Regierung als Verkörperung des Tyrannen ansahen, verdankten diesem plötzlichen Tod die Rettung ihrer Republik. Viscontis Tod erschütterte jedoch insgesamt das Gleichgewicht der konkurrierenden Mächte in Italien. 
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