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/ Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc

*27.1.1814 in Paris; † 17.9.1879 in Lausanne

Architekt; Architekturtheoretiker;

 

Als Vorsitzender der Commission des Monuments Historiques und Generalinspekteur der Bauten der Diözesen Chartres, Le Mans, Troyes, Châlons, Paris und Reims war Viollet der für die bedeutendsten mittelalterlichen Kirchenbauten Frankreichs verantwortliche Architekt. Im wesentlichen war er mit Maßnahmen zur Bestandssicherung betraut. Neben diese treten zahlreiche Restaurierungen und Rekonstruktionen zerstörter Bauteile, die bereits zu Lebzeiten Viollets heftig kritisiert wurden, da sie den ursprünglichen Zustand vieler Monumente verfremdeten und die originale Bausubstanz beeinträchtigten. Aus der praktischen Arbeit des Architekten heraus entstand das zehnbändige, mit zahlreichen eigenhändigen Zeichnungen versehene Dictionnaire de l’architecture française du XI au XVI siècle (1854-68), das anhand von Grundrissen, Aufrissen, Detailstudien und Restaurierungsberichten Themen wie „Architecture“, „Cathédrale“, „Construction“, „Style“ oder „Voûte“ in umfassender, monograpischer Weise behandelt. 1858-63 erschien das Dictionnaire raisonné du Mobilier français, de l’époque carlovingienne à la Renaissance in sechs Bänden. In den Entretiens sur l’architecture (1863-72) werden Grundfragen der Architektur anhand ihrer Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart thematisiert (I-IX). Die Entretiens IX-XX behandeln Methoden und Materialien der zeitgenössischen Architektur, bis hin zur Stahlbauweise und der Verwendung vorgefertigter Bauteile. In Entretien XIV bezieht Viollet Stellung gegen die technikferne Architektenausbildung der Akademie. In Frankreich trat A. Rodin als Kritiker der Tätigkeit Viollets hervor. Auf theoretischer Ebene war es der englische Kunsthistoriker J. Ruskin, der dem Ansatz Viollets mit den Stones of Venice (1854) eine konträre Position entgegensetzte: die Idee der Konservierung des architektonischen Denkmals in seiner überlieferten Ganzheit, mit allen Zeichen des Verfalls und im Zweifelsfall als Ruine. Einige seiner späten Publikationen widmete Viollet exemplarischen Themen (Histoire d’une forteresse, 1874; Histoire d’un hôtel de ville et d’une cathédrale, 1878). 1863 legte er in Zusammenarbeit mit D. Charnay mit den Cités et ruines américaines die erste wissenschaftliche Darstellung der präkolumbianischen Architektur vor. (K.S.)

 

 

 EUGÈNE-EMMANUEL VIOLLET-LE-DUC – DIGITAL

 

 

Viollet-le-Duc, Eugène-Emmanuel

Dictionnaire raisonné du mobilier français de l'époque carlovignienne à la renaissance (Band 1)

Paris, 1858

[persistente URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/viollet1858]

 

Viollet-le-Duc, Eugène-Emmanuel

Dictionnaire raisonné du mobilier français de l'époque carlovignienne à la renaissance (Band 2)

Paris, 1871

[persistente URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/viollet1871]

 

Viollet-le-Duc, Eugène-Emmanuel

Dictionnaire raisonné du mobilier français de l'époque carlovignienne à la renaissance (Band 3)

Paris, 1872

[persistente URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/viollet1872]

 

Viollet-le-Duc, Eugène-Emmanuel

Dictionnaire raisonné du mobilier français de l'époque carlovignienne à la renaissance (Band 4)

Paris, 1873

[persistente URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/viollet1873/]

 

Viollet-le-Duc, Eugène-Emmanuel

Dictionnaire raisonné du mobilier français de l'époque carlovignienne à la renaissance (Band 5)

Paris, 1874

[persistente URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/viollet1874bd5]

 

Viollet-le-Duc, Eugène-Emmanuel

Dictionnaire raisonné du mobilier français de l'époque carlovignienne à la renaissance (Band 6)

Paris, 1875

[persistente URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/viollet1875]

 

 

 

Weiterführende Literatur

Literatur von Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc in der Deutschen Nationalbibliothek

 

Literatur von und über Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc im Katalog SSG Kunstgeschichte Heidelberg

 

Literatur von und über Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc im Fachverbund Florenz - München - Rom

 

Digitalisierte Literatur von und über Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc in Google Buchsuche

 

 

 

Editorische Angaben

 




Biographische Skizze

Nach einer ersten Bildungsreise innerhalb Frankreichs, die er in Begleitung seines Onkels J. Delécluzes unternahm, entschied V. sich gegen ein Architekturstudium an der École des Beaux-Arts und sammelte praktische Erfahrung in den Studios der Architekten J.-J.-M. Huvé und A. Leclère. Im literarischen Salon von J. Delécluzes hatte er bereits früh die Schriftsteller Stendhal und Mérimée kennen gelernt. 1836/37 reiste er nach Rom, Sizilien, Neapel und Venedig. 1838 wurde V. zum Mitglied des Conseil des Batîments Civils ernannt. 1840 übertrug ihm P. Mérimée, Inspecteur Général des Monuments Historiques, die Restaurierung der Magdalenenkirche in Vézelay. Zahlreiche weitere Restaurierungen während der Französischen Revolution zerstörter Kirchen und ihrer Skulpturenausstattung, aber auch profaner Bauten, wie der Befestigung der Stadt Carcassonne, sollten folgen. 1846 wurde V. Vorsitzender der Commission des Monuments Historiques. 1863 erhielt er eine Professor für Kunstgeschichte und Ästhetik an der École des Beaux-Arts. Für die Weltausstellung 1878 in Paris ersann er die Einrichtung einer vergleichenden Skulpturensammlung im Palais de Trocadero.

 

Biographische Links

The Dictionary of Art Historians

Wikipedia

DenkmalDebatten


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