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/ Baldassarre Orsini

*1732 in Perugia ; † 1810 in Perugia

Maler; Zeichner; Architekt; Schriftsteller

 

Gemeinsam mit A. Mariotti prägte Orsini die kunsttheoretische Debatte in Perugia gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es war die Zeit der napoleonischen Kriege, und tatsächlich griffen sowohl P.-J. Tinet (1797) als auch D.-V. Denon (1812) für ihre Listen der Kunstwerke, die beschlagnahmt und im neuen Musée de la République bzw. Musée Napoléon im Louvre ausgestellt werden sollten, auf den Führer Orsinis zu den Kunstwerken der Stadt Perugia zurück (Guida al Forestiere per l’Augusta Città di Perugia, 1784). Der Kunstführer erschien ein weiteres Mal in einer Taschenausgabe unter dem Titel Abrégé della guida al Forestiere per l’Augusta Città di Perugia. Con la descrizione delle Pitture, Sculture, ed Architetture più Eccellenti (1788). Der Titel lehnte sich offensichtlich an Werke wie den Abrégé de la vie des peintres von R. des Piles (1699) oder den Abrégé de la vie des plus fameux peintres von A. J. Dezallier d’Argenville (1762) an, und das Buch war an die zahlreichen Italienreisenden adressiert, die den Spuren von C.-N. Cochin und J. Le Français de la Lande folgten. Orsini verfasste die nie publizierte Architettura Civile (1778), ein elementares, als Lehrwerk geeignetes Traktat, das das neue klassische Ideal der Baukunst vertrat, die Antologia dell’Arte Pittorica (1783), den Kunstführer der Stadt Ascoli (1790), den Dizionario Universale di Architettura (1801), die erste Perugino-Monographie (1804) und die Memorie de’ Pittori Perugini del secolo XVIII (1806). Hinzu kommen zahlreiche kleinere Publikationen zu architektonischen, technischen und kunsttheoretischen Themen. Der Malerei widmete sich Orsini in erster Linie unter formalen Gesichtspunkten, während Mariotti, dem sein jakobinisches Bekenntnis später zum Verhängnis werden sollte, einem eher historischen, archivarischen Interesse folgte. Mit seiner Risposta (1791) antwortete Orsini auf die zuvor erschienenen Lettere pittoriche perugine Mariottis (1788). Beide sind die ersten großen Theoretiker einer „umbrischen Schule“ der Malerei. (K.S.)

 

 

 BALDASSARRE ORSINI – DIGITAL

 

Orsini, Baldassarre

Antologia dell'arte pittorica

Augusta, 1784

[persistente URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/orsini1784]

 

 

 

Weiterführende Literatur

Literatur von Baldassarre Orsini in der Deutschen Nationalbibliothek

 

Literatur von und über Baldassarre Orsini im Katalog SSG Kunstgeschichte Heidelberg

 

Literatur von und über Baldassarre Orsini im Fachverbund Florenz - München - Rom

 

Digitalisierte Literatur von und über Baldassarre Orsini in Google Buchsuche

 

 

 

Editorische Angaben

 




Biographische Skizze

O., der schon als Kind gern gezeichnet hatte und in dieser Kunst von dem lokalen Künstler F. Busti unterrichtet worden war, übersiedelte 1751 nach Rom. Dort erhielt er Unterricht im Zeichnen und Malen bei A. Massucci. Es ist überliefert, dass er als erstes Werk die „Aurora“ von G. Reni kopierte. Massucci vermittelte O. die Kunst und die Literatur der Antike und der Gegenwart. O. selbst erteilte den Kindern des in Rom lebenden deutschen Malers A. R. Mengs Unterricht im Zeichnen und in Geometrie. 1779 kehrte O. nach Perugia zurück, wo ihm die Leitung des Teatro Civico übertragen wurde. Im Jahr 1790 erhielt er das Amt des Direktors der Accademia del Disegno, ebenfalls in Perugia, die ihre Arbeit schließlich während der französischen Besatzung einstellte. Eine Rückkehr nach Rom blieb O. aufgrund seiner hohen Arbeitsbelastung verwehrt. Er starb 1810 in Perugia.


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