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/ Diss. Rößler

 

 

Johannes Rößler

Poetik der Kunstgeschichte.
Zur ästhetischen Begründung der deutschen Kunstwissenschaft bei Anton Springer und Carl Justi

Abgeschlossene Dissertation, Druckfassung in Vorbereitung

Die Studie versucht anhand der Schriften Anton Springers (1825-1891) und Carl Justis (1832-1912), die methodologischen und ideengeschichtlichen Hintergründe der Kunstgeschichtsschreibung zwischen 1850 und 1890 zu rekonstruieren. Fernab von der Annahme einer bloßen Kontinuität sog. „romantischer“ Denkfiguren wird die Kunstwissenschaft der universitären Etablierungsphase als selbständige Ausprägung zeitgenössischer Theoriebildung verstanden, bei der geschichtsphilosophische, anthropologische und ästhetische Konzepte zu einem anwendungsbezogenen Umgang mit dem kunsthistorischen Objekt beitragen. Dabei legt die Analyse unter Berücksichtigung der publizistischen Rahmenbedingungen und unter Einbeziehung weiterer Quellen den Schwerpunkt auf Springers „Raffael und Michelangelo“ (1878) und Justis „Diego Velazquez und sein Jahrhundert“ (1888). An beiden Künstlerbiographien wird exemplarisch gezeigt, wie Narrativitäts- und Beschreibungskonzepte, die Systematisierung von Bildfolgen und nicht zuletzt hermeneutische Grundfragen in enger Referenz zur zeitgenössischen Poetik und Ästhetik stehen. Intertextuelle Beziehungen und die teilweise bewusst vollzogene Fiktionalisierung von kunsthistorischem Wissen werden zudem als Ausdruck eines methodisch reflektierten Verfahrens gedeutet und im Rahmen der jeweiligen wissenschaftsgeschichtlichen Konstellation diskutiert.

 

Kontakt: cjroessler AT hotmail.com

 

 


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