Lena BADER
Mediengeschichtliche Erhellungen im Lichte der Bilder – Der kunsthistorische Umgang mit den neuen Medien des 19. Jahrhunderts in seiner Bedeutung für die Gegenwart.
Promotionsvorhaben, Humboldt-Universität zu Berlin/ NFS Bildkritik Basel
Seit dem 19. Jahrhundert und akzentuiert in der Gegenwart lässt sich eine sowohl faktisch als auch ideell potenzierende Wirkung von Bildern beobachten. Insbesondere die Verbreitung von computergenerierten Bildern hat zu einer allumfassenden ‚Verbildlichung von Welt' geführt - mit enormen Konsequenzen für die Seiten der Bildgeneration, Bildkonsumtion und Bildreflexion. Dabei bleibt jedoch unerfüllt, was angesichts der Relevanz und Brisanz von Bildern heute zu erwarten wäre – nämlich eine entsprechende Prägnanz der Analyse.
Hier lohnt ein Blick auf die Anfänge der Kunstgeschichte. Selbst im Rahmen eines frühen »iconic turn« gegründet – unter Zurückweisung der vormals zentralen historisch-philologischen Methode zugunsten einer »Schulung des Auges« an den Objekten selbst – hat sich die Kunstgeschichte in dezidierter Auseinandersetzung mit den neuen Medien Photographie und Lichtbildprojektion im 19. Jahrhundert konstituiert. Infolgedessen kam es zu einem folgenreichen Paragone der Reproduktionen, der sich theoretisch wie praktisch als vergleichende Medienkritik auswirkte, während das Prinzip des »vergleichenden Sehens« als Vermittlungs-, Erkenntnis- und Bergriffsinstrument der Kunstgeschichte begründet wurde.
Eine vergleichbare Situation lässt sich im 20. Jahrhundert in der Auseinandersetzung mit digitalen Bildmedien beobachten, indem Bildgeschichte und Mediengeschichte abermals in ein fruchtbares Verhältnis wechselseitiger Bedingtheit treten. Im historischen Rückblick auf die Mediengeschichte der Kunstgeschichte wird die Arbeit daher die Kunst der Gegenwart befragen, und aus dieser Zusammenschau das bildwissenschaftliche Credo formulieren: dass es besser sei, historisch im Bild zu bleiben, als zeitgeistbedingt aus allen Rahmen zu fallen!
Kontakt: Lena.Bader AT gmail.com